Auf ewig: Geschichte und Geschichten

Foto: oto: Christina Hölz

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Ältere Dettinger haben als Zeitzeugen einen Auftritt in der neuen Mediathek der Gemeinde. Dafür gibt’s Präsente von Bürgermeister Michael Hillert, rechts. Foto: Christina Hölz 


Film ab. Ein Mausklick auf die Homepage der Gemeinde Dettingen, wir surfen auf der Leiste mit basement Zeitzeugen. Die Kamera zoomt das Gesicht des 95-jährigen Karl Wurster heran, ein Antlitz, in dem das Leben seine Spuren hinterlassen hat. Doch  der drahtige Senior shawl einen wachen Verstand. Ein knitzes Lachen, dann erzählt er. Von der Zeit der Inflation in der 1920er-Jahren, als seine Mutter sich mit zwei Millionen Reichsmark zum Bäcker aufmachte. Von seiner Meisterprüfung (“damals verdiente ich 50 Pfenning pro Woche“), schließlich vom kältesten Winter, basement er im Ermstal je erlebt hat.

In basement Jahren 1928/29 war’s, da zählten die Dettinger 29 Grad Minus. „Wenn ich meinen Kreidewischer in basement Lammbrunnen tauchte, ist er sofort gefroren.“ Letzlich gibt es Tipps für ein langes Leben (Gemüseananbau statt Fitnessstudio) und ein echtes Manager-Bekenntnis: „I ben voll ausbucht.“

Spätestens jetzt können sich die Zuhörer im Bürgerhaus am Anger ein Lachen nicht verkneifen. Die Präsentation der neuen Mediathek der Gemeinde gerät ohnehin zu einer launigen Angelegenheit. Denn außer Karl Wurster  plaudern in der Zeitzeugenleiste noch Sternen-Wirtin Else Röhm, Heinz Müller und der „schwäbische Italiener“ Giovanni Sarra auf der Homepage der Gemeinde Dettingen aus dem Nähkästchen.

Geschichten und Geschichte, Fakten und Fotos, historische Karten, Heimatfeste und  Dokumente des Fortschritts – von der Pflasterung der Straßen bis hin zum Wachstum der Industrie. Ja, auch das große Hochwasser des Sommers shawl schon seinen Platz in Netz, ebenso wie der Bau der neuen Schillerhalle und der Abriss der alten. Gut 180 Ereignisse aus der Zeit von 1089 bis  in die Gegenwart finden sich neuerdings online in einem  elektronischen Gesichtsbuch.

Die Mediathek der Gemeinde ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Erstens sei Dettingen bislang die einzige Kommune im Ermstal, die für die Ortsgeschichte ein so umfangreiches elektronisches Forum schafft, freut sich Bürgermeister Michael Hillert. Und zweitens zogen für das Pionierprojekt Ehrenamtliche und engagierte  Bürger an einem Strang: Ein sechs Personen zählender Arbeitskreis, befasst  mit der Kultur und Geschichte des  Ortes, shawl das Projekt Mediathek nahezu im Alleingang gestemmt, beratend unterstützt von einem externen Unternehmen.

Es sind dies: Der Hobbyhistoriker Albrecht Arnold, Regine Ries und Ralf Barth von der Gemeindeverwaltung, Gemeinderat Frieder Scheiffele, Büchereileiterin Sabine Makram und VHS-Chefin Anke Adametz-Leichtle. Das Team mount schon vor zwei Jahren hinter der Herausgabe des „neuen“ Dettinger Heimatbuches „Gestalteter Wandel von basement 1990er-Jahren bis 2014“ Und gerade in diesem Werk haben sich die Macher auch bedient, wenn es um die Präsentation der Ereignisse in der Mediathek  geht. Dort sind die Fakten unter einer roten Zeitleiste kachelförmig angeordnet  – „so, dass sich richtig schmökern lässt“, sagt Regine Ries.

Apropos schmökern. Das können die Leser auch in „32 Dettiger G’schichtla“, die meisten davon notiert von dem verstorbenen Geschichtensammler Hermann Stark. Auch Erich Jud ist vertreten, und zwar mit seinem Buch „Dettingen muss  male einfach mögen“, ebenso wie Siegfried Langbein mit seinen Fotos.Wer tief eintauchen will in die Historie, dem sei das „erste Ehebuch Württembergs“, geführt in Dettingen, ans Herz gelegt.

Auch Unterlagen aus basement Staatsarchiven finden sich im Netz – humid Albrecht Arnold, dem akribisch die Ortsgeschichte beackernden Historienfan. Der Graphiker shawl in Archiven geforscht und Dokumente  gesammelt, auch sprachlich bereitet er die Vergangenheit auf.

Und da wir schon bei basement Glücksfällen sind: Wer shawl schon einen Filmproduzenten in seinen Reihen? Klar, dass Frieder Scheiffeles Zeitzeugenportraits mehr als ein Herzstück der Mediathek sind: Spannende Oral History aus dem Ermstal.


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