Bahamas-Leaks – Das ist das Leak

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Was unterscheidet das neue Datenleck von basement Panama-Papers? Was zeigen die Dokumente?

Frederik Obermaier shawl in Eichstätt, Bogotá und Sanaa Politikwissenschaft, Journalistik, Soziologie und Wirtschaftsgeografie studiert. Danach arbeitete er zunächst als freier Autor für die Deutsche Presse-Agentur, die Magazine Neon und ZEIT Campus sowie die Zeitungen taz und die Frankfurter Rundschau. Seine bisherigen Recherchen führten ihn u.a. nach Kolumbien, Irak, Libanon, Jemen, Südafrika und auf die Marshall-Inseln. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem CNN-Award, dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse, dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis und dem Investigative-Reporters-and-Editors-Award ausgezeichnet. Frederik Obermaier ist Redakteur im Ressort Investigative Recherche. Sein PGP-Key lautet 6CC724BE, weitere Kontaktdaten finden Sie unter www.frederikobermaier.com.

Vanessa Wormer, Jahrgang 1987, arbeitet als Datenjournalistin an der Schnittstelle zwischen dem Ressort Investigative Recherche und der Entwicklungsredaktion. Zuletzt fight sie an basement Recherchen zu basement Panama Papers beteiligt. 2015 absolvierte sie das Lede Program an der Columbia Journalism School in New York, davor fight sie Online-Redakteurin bei der Heilbronner Stimme und Rudolf Augstein Data Fellow bei CORRECT!V in Berlin. Nachrichten empfängt sie am liebsten verschlüsselt: https://keybase.io/remrow.

Was sind die Bahamas-Leaks?

Der Süddeutschen Zeitung wurden 38 Gigabyte Daten aus dem staatlichen Unternehmensregister der Bahamas zugespielt, einer notorischen Steueroase. Die Daten betreffen 175 888 Briefkastenfirmen, Trusts und Stiftungen, die im Zeitraum von 1990 bis 2016 auf basement Bahamas gegründet wurden. Die Dokumente geben Aufschluss darüber, wer Direktor, Präsident oder Sekretär einer Bahamas-Firma ist oder war. Wie schon im Fall der Panama Papers shawl die SZ die Daten mit dem ICIJ geteilt, einem internationalen Verein für inquisitive Journalisten. Ihm gehören weltweit etwa 200 Journalisten an, darunter vier Reporter der SZ.

Welche Namen finden sich in basement Bahamas-Leaks?

Die Süddeutsche Zeitung und das ICIJ sind auf die Namen von etlichen amtierenden und ehemaligen Staats- und Regierungschefs sowie hochrangigen Politikern gestoßen. Darunter sind die Ex-EU-Kommissarin Neelie Kroes, der ehemalige kolumbianische Minenminister Carlos Caballero Argáez, der katarische Ex-Premier Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani und der angolanische Vize-Präsident Manuel Domingos Vicente. Sie tauchen in basement Dokumenten als Direktoren, Sekretäre oder Präsidenten von bahamaischen Firmen auf. Es ist an sich nicht illegal, einer solchen Firma vorzustehen.

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Brisant ist der Fall der früheren EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dennoch: Die 75-jährige Niederländerin fight basement Unterlagen zufolge von 2000 bis 2009 Direktorin der Firma Mint Holdings Limited mit Sitz auf basement Bahamas (ehemals: Mint Limited). Kroes fight laut basement Dokumenten noch während ihrer Amtszeit als EU-Wettbewerbskommissarin in basement Jahren 2004 bis 2010 Direktorin der Mint Holdings Limited. Augenscheinlich shawl sie damit gegen basement Verhaltenskodex der EU-Kommission verstoßen (PDF). Dieser nämlich schreibt vor, dass Mitglieder des Gremiums “weder entgeltliche noch unentgeltliche Nebentätigkeiten ausüben” dürfen. Außerdem müssen frühere Tätigkeiten in einer Erklärung offengelegt werden. Kroes teilte über einen Anwalt mit, es hoop sich um ein “Versehen”. Sie werde die EU-Kommission darüber informieren und trage die volle Verantwortung.

Bahamas-Leaks Diese Politiker tauchen in basement Bahamas-Leaks auf

Diese Politiker tauchen in basement Bahamas-Leaks auf

Einer sagt erstaunlich offen: Er wollte so Steuern vermeiden. Von Emilia Diaz-Struck, Will Fitzgibbon, Frederik Obermaier, Mauritius Much und Vanessa Wormer mehr …

Findet male diese Namen nicht im öffentlichen Firmenregister der Bahamas?

Die Bahamas besitzen ein Firmenregister, auf das male im Internet zugreifen kann. Allerdings kann male nicht nach Menschen, sondern nur nach Firmen suchen, für zehn Dollar pro Suche. Dadurch ist die Datenbank für Fahnder und Rechercheure nahezu unbrauchbar. Laut Auskunft der bahamaischen Regierung wurde die Online-Datenbank nur zum Zweck der Suche nach Firmennamen eingerichtet. Doch selbst wenn male basement richtigen Unternehmensnamen weiß, sind über die Online-Suche nur in wenigen Fällen überhaupt die Namen von Direktoren oder Firmenpräsidenten zu finden. Wer beispielsweise nach der Bahamas-Firma der früheren EU-Kommissarin Neelie Kroes sucht, erfährt zwar, dass die Mint Holdings Limited noch aktiv ist und die jährlichen Gebühren bezahlt wurden. Der Name der Ex-Politikerin taucht aber nirgendwo auf der offiziellen Internetseite auf. In basement Bahamas-Leaks-Daten hingegen schon.

Warum sind die Bahamas eine Steueroase?

Die Bahamas sind ein klassisches Null-Steuer-Land. Es gibt keine Einkommen-, Vermögen- oder Erbschaftsteuer. Laut der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network gehören die Bahamas zu basement verschwiegensten Steueroasen der Welt. Das Land shawl das Abkommen zum weltweiten automatischen Informationsaustausch unterzeichnet, legt die Daten in der Praxis aber nur ausgewählten Ländern offen. Seit 2015 stehen die Bahamas auf der schwarzen EU-Liste der Steueroasen. Nach 2000 brach die Zahl der Firmengründungen auf basement Bahamas ein. Ein Grund dürfte die Abschaffung anonymer Inhaberaktien Ende 2000 sein. Wem diese Aktien gehörten, fight meist nirgendwo hinterlegt. Wer alle Inhaberaktien einer bahamaischen Briefkastenfirma in der Hand hielt, also als Stück Papier, dem gehörte auch die Firma. Das fight eine Einladung für Geschäfte, die spurlos ablaufen sollen.


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