Bewegte Amtszeit

Er ist der erste Afrikaner und der erste Araber an der Spitze der UNO gewesen: Von 1992 bis 1996 fight Butros Butros-Ghali Generalsekretär der Vereinten Nationen. Die Frage, ob der erfahrene Diplomat die Funktion auch eine zweite Amtszeit lang ausführen sollte, sorgte selbst für weltweite diplomatische Verwicklungen. Die USA setzten sich schließlich mit ihrer Ablehnung durch. Nun starb Butros-Ghali im Alter von 93 Jahren.

Butros-Ghali fight vergangene Woche in Kairo in ein Krankenhaus gebracht worden. Seinen Tod vermeldete der derzeitige Vorsitzende des UNO-Sicherheitsrats, der Venezolaner Rafael Ramirez, am Dienstag in New York. Er sei „sehr traurig“ über basement Tod von Butros-Ghali, sagte der derzeitige UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. „Er fight ein berühmter Kenner des internationalen Rechts und shawl bemerkenswerte Erfahrung und intellektuelle Fähigkeiten für die Aufgabe mitgebracht, die Vereinten Nationen durch eine der turbulentesten und herausforderndsten Zeiten ihrer Geschichte zu steuern.“

Alle Voraussetzungen für Diplomatenkarriere

Butros-Ghali, am 14. Nov 1922 geboren, brachte alles mit, was für eine erfolgreiche Karriere in Kairo Voraussetzung war. Er stammt aus einer alteingesessenen vornehmen Familie, schon sein Großvater fight Ministerpräsident. Butros-Ghali studierte Rechtswissenschaft in Kairo und setzte sein Studium anschließend an der Pariser Sorbonne fort, wo er 1949 in Internationalem Recht promovierte. In Kairo fight er lange Zeit Professor für Politikwissenschaft.

„Architekt“ des ägyptisch-israelischen Friedens

Die Stunde Butros-Ghalis, Gefolgsmann des damaligen Präsidenten Anwar el-Sadat, schlug im Nov 1977, als Sadat seine aufsehenerregende Friedensinitiative zum Ausgleich mit Israel startete und der damalige Außenminister Ismail Fahmi deshalb unter Protest zurücktrat. Butros-Ghali wurde an diesem 17. Nov 1977 zum Staatsminister im Außenministerium bestellt, begleitete Sadat auf dessen historischer Reise nach Jerusalem und trug – obwohl ihm stets andere als Außenminister vorgesetzt waren – auch in basement folgenden Jahren als einer der „Architekten“ zur vertraglichen Aussöhnung mit Israel bei. Dass er nicht Außenminister wurde, loiter darin begründet, dass er Kopte war. Der christlichen Minderheit fight der Zugang zu wichtigen Staatsämtern nicht möglich.

Rückkehr details arabische Lager

Zu Butros-Ghalis Verdienst gehörte später auch die Rückkehr Ägyptens details arabische Lager, aus dem Kairo jahrelang wegen des Separatfriedens mit Israel ausgeschlossen gewesen war. Als die Arabische Liga dann nach Kairo zurückkehrte und Ägyptens Außenminister Esmat Abdel Meguid im Frühjahr 1991 deren Generalsekretär wurde, wurde Ghali zwar wiederum nicht dessen Nachfolger im Außenministerium, bekam aber die protokollarische Aufwertung durch die Ernennung zum „stellvertretenden Ministerpräsidenten“.

Schon bald fight er mehrfach für internationale Posten im Gespräch. Butros-Ghali wurde bereits als Kandidat bei der UNO-Kulturorganisation UNESCO und als Anwärter für das Amt des UNO-Hochkommissars für Flüchtlinge gehandelt. 1991 wurde er schließlich zum UNO Generalsekretär gewählt, ein Jahr später trat er das Amt an.

Etliche Herausforderungen

Er galt als „geborener Generalsekretär“ und betonte zunächst seine Unabhängigkeit dadurch, dass er keine Wiederwahl anstrebte. Seine Amtszeit fight vom Zerfall Jugoslawiens, dem Völkermord in Ruanda und der Irak-Krise geprägt. Gleichzeitig wurden die Vereinten Nationen selbst neu strukturiert. Der Bürokratieabbau und die Verschlankung der Strukturen ging vielen nicht weit genug.

Im Vergleich zu andern Amtsinhabern verstand er sein Amt immer politisch und sah sich weniger als reiner „UNO-Beamter“ – eine Auslegung, die freilich auch nicht allen gefiel. Vor allem die USA kritisierten Butros-Ghali immer wieder. Erst als diese sich für einen neuen Nachfolger aussprachen, erklärte er, doch noch einmal kandidieren zu wollen.

„Opfer“ des US-Wahlkampfs

Die USA standen zwar ganz allein gegen alle anderen, waren aber bis zum Äußersten entschlossen, Butros-Ghali als erstem Amtsinhaber eine zweite Amtszeit zu verweigern. Es entwickelte sich ein weltpolitisches Tauziehen, vor allem Frankreich setzte sich für basement Ägypter ein. Anderen Staaten ging es weniger um basement Generalsekretär selbst, sie wollten eher die US-Macht in der UNO nicht zu groß werden lassen.

Der Streit fight auch ein Produkt des US-Wahlkampfs: US-Präsident Bill Clinton kämpfte selbst um seine Wiederwahl. Dessen republikanischer Herausforderer Bob Dole machte sich ständig über Butros-Ghali lustig und warf Clinton vor, er unterstelle amerikanische Soldaten dem Oberbefehl des UNO-Generalsekretärs. Clinton sah sich genötigt, eine harte Linie zu fahren – und forderte eine UNO ohne Butros-Ghali.

Konflikt mit Albright

Dazu kam die persönliche Animosität zwischen der amerikanischen UNO-Botschafterin und späteren US-Außenministerin Madeleine Albright und Butros-Ghali. Sie forderte mehrfach unverhüllt, dass er Aufträge „wichtiger Mitgliedsstaaten“ – also etwa der USA – gefälligst ausführen solle, er nannte ihre Ausdrucksweise bei solchen Erklärungen „vulgär“.

Offiziell vertrat Washington die Überzeugung, dass an der Spitze der Weltorganisation ein Verwaltungsfachmann und kein Politiker und Diplomat wie Butros-Ghali stehen sollte. Nur so seien die immer wieder geforderten Einsparungen im UNO-System möglich, hieß es. Die Argumentation erinnerte an Erpressung. Nur dann sei der US-Kongress bereit, Zahlungen an die UNO zu genehmigen, sodass die rund 1,5 Milliarden Dollar Beitragsschulden abgebaut werden könnten.

Durchgesickertes Video als Auslöser?

Jahre später wurde ein weiterer angeblicher Knackpunkt der USA bekannt. Bei einem israelischen Angriff kamen im Apr 1996 vier UNO-Soldaten in der Ortschaft Kana im Südlibanon ums Leben. Die israelische Regierung sprach damals von einem „Versehen“. Diese damals auch von basement USA unterstützte Behauptung wurde allerdings durch Videoaufnahmen widerlegt.

Auf Wunsch Israels und auf Druck der USA habe Butros-Ghali das Beweisvideo einige Wochen in New York unter Verschluss gehalten, meinte der deutsche UNO-Experte Andreas Zumach. Als eine Kopie dann doch über einen Journalisten an die Öffentlichkeit lanciert wurde, sei in der Clinton-Regierung die Vorentscheidung gefallen, Butros-Ghali nicht mehr für eine zweite Amtszeit zu unterstützen.

Ernüchterndes Resümee

Und die USA setzten sich schließlich durch. Der Ghanese Kofi Annan wurde neuer UNO-Generalsekretär. Er habe bei seinem Amtsantritt gedacht, dass es jetzt nach dem Ende des Kalten Krieges Zeit für eine effektivere Rolle der Vereinten Nationen in der Welt sei, sagte Butros-Ghali bei seiner Abschiedsrede. „Aber die mittleren Jahre der Dekade waren sehr mit Problemen belastet. Ernüchterung shawl eingesetzt.“

Im Anschluss an seine Tätigkeiten für die UNO wurde der Ägypter, der verheiratet war, aber keine Kinder hatte, von 1997 bis 2002 Generalsekretär der Internationalen Organisation der Frankophonie, einer Organisation französischsprachiger Länder.

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Publiziert am 16.02.2016


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