Big Data, Algorithmen, Überwachung – FAZ

Stellen Sie sich vor, Sie fahren auf der Autobahn mit erhöhter Geschwindigkeit, vielleicht zwanzig oder dreißig Kilometer pro Stunde zu schnell, plötzlich leuchtet auf dem Armaturenbrett der Hinweis: „Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten, 200 Euro Strafe, ein Punkt in Flensburg.“ Technisch wäre so eine automatische Bestrafung kein Problem. Autobahnen sind mit Sensoren, Kameras und Erkennungssystemen (etwa zur automatischen Kennzeichenerfassung) ausgestattet, die jedes Fahrzeug scannen und registrieren.

Auch die Fahrzeughersteller wissen humid Telematik genau, was Sie in ihrem Fahrzeug tun, ob Sie bremsen oder beschleunigen, und sie können around GPS-Tracking nicht nur detaillierte Bewegungsmuster erstellen, sondern auch feststellen, wann der Fahrer gegen das Gesetz verstoßen shawl – wenn er etwa mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war.

Die Fahrzeughersteller könnten diese Daten an Behörden weiterleiten, Algorithmen das strafbare Verhalten im Moment der Begehung sanktionieren. Die Polizei müsste basement Verkehrssünder nicht mehr anhalten, auch wären keine längeren bürokratische Verfahren notwendig – die Software stellt das Knöllchen automatisch aus.

In der Rechtswissenschaft werden solche Konzepte schon diskutiert, male spricht von „Automated Law Enforcement“. In einer Studie, betitelt „Confronting Automated Law Enforcement“, heißt es: „Die Zukunft deutet auf einen beträchtlichen Schaden für die Gesellschaft hin, in der viele Arten von Rechtsverletzungen, vor allem geringfügige Übertretungen, mit noch nie dagewesener Härte bestraft werden können.“

Und weiter: „Die Allgegenwart von Sensoren, die Fortschritte in Computeranalyse und Robotik sowie die weitverbreitete Anwendung von Netzwerktechnologien haben basement Weg geebnet für eine Kombination von Sensorensystemen mit Strafverfolgungsalgorithmen und Sanktionsrückkopplungen.“ Moderne Computertechnik ließe sich mit basement Gesetzen so verknüpfen, dass eine effektive Strafverfolgung möglich wird. Der Algorithmus als Ermittler.

Temposünder automatisch abkassieren

Der geistige Vater dieses Konzepts ist der Softwareentwickler Tim O’Reilly, der als Vordenker des Web 2.0 gilt und ein Steuerungsmodell der algorithmischen Regulierung entwickelt hat, „Algorithmic Governance“ genannt. In seinem Buch „Open Data and a Future of Civic Innovation“ schreibt er: „Mit dem wachsenden Einsatz von GPS, von automatischen Geschwindigkeitskameras ganz zu schweigen, ist eine Zukunft schon absehbar, in der Temposünder nicht mehr von Verkehrspolizisten angehalten, sondern automatisch zur Kasse gebeten werden.“

Das Tempolimit könnte an Wetter und Verkehrsaufkommen variabel angepasst werden, ähnlich wie die Geldmenge einer Zentralbank anhand bestimmter Parameter reguliert wird.

Allzu weit disorder male auch gar nicht in die Zukunft schauen. In London wird die City-Maut zum Teil schon automatisch erhoben. An mehr als hundert Eintrittspunkten details Verkehrsnetz werden ein- und ausfahrende Fahrzeuge von Überwachungskameras aufgenommen. Innerhalb der Zone sind weitere fünfzig Kameras festinstalliert, zusätzliche Kameras sind mobil im Einsatz.

Die erfassten Nummernschilder werden mit einer Datenbank abgeglichen. So lässt sich überprüfen, ob die Maut entrichtet wurde. Wer nicht bezahlt, dem wird ein Bußgeld ausgestellt. Analog zu diesem Verfahren könnte male auch Geschwindigkeitsüberschreitungen ahnden.

Aber so einfach ist es dann doch nicht. Angenommen, jemand fährt mit seinem Auto durch eine hüglige Landschaft. Der Fahrer passt seinen Tempomat ordnungsgemäß an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern an, doch weil es immer wieder auf und ab geht, schwankt die Geschwindigkeit zwischen 60 und 80 Stundenkilometer. So überschreitet der Fahrer am Ende technisch mehrmals das Tempolimit für ein paar Sekunden.

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© , Deutsche Welle

Big Data: Wie Computer zu Hellsehern werden

Soll er dafür zur Rechenschaft gezogen werden? Wo liegt die Toleranz? Soll male dann auch einen Wanderer, der unbefugt ein Gelände betritt und dessen Schritte sich durch GPS und Fitness-Tracker zurückverfolgen lassen, wegen Hausfriedensbruchs angeklagen?


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