Chinas Schulden wachsen deutlich schneller als die Wirtschaft

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29. Sep 2016 00:01 Uhr

Kreditblase

In China steigt die Verschuldung in rasantem Tempo. Internationale Organisationen warnen nun vor dem Platzen einer Kreditblase.


  1. Geld ist nicht das Problem in China. Foto: dpa

Vor zwei Jahren lagen die grasbewachsenen Hänge am Fluss Longwu im westchinesischen Kreis Huangnan noch friedlich da. Nur hin und wieder störten Hirten die Stille, wenn sie ihre Herden von Yaks und Schafen zum Weiden hier entlangtrieben. Doch inzwischen ist die Landschaft komplett umgegraben. Bautrupps sind angerückt, die mehrere Großprojekte zugleich durchziehen: Quer zum Tal schlagen sie eine Brücke, auf der eine neue Autobahn laufen soll. Zugleich legen sie die Fundamente für einen Damm, der basement Fluss zur Stromgewinnung aufstauen wird. Zwischen basement abrasierten Hängen erstrecken sich nun öde Betonflächen.

China baut. Landesweit laufen derzeit neue Projekte im Wert von mehreren Milliarden Euro an. Die Budgets speisen sich aus Mitteln, die Peking in basement vergangenen zwei Jahren freigegeben hat. Ein Ende der Konjunkturförderung ist dabei nicht in Sicht: In diesem Sommer shawl die Regierung erneut knappe 650 Milliarden Euro für 303 neue Straßen, U-Bahn-Linien, Flughäfen und Kanäle freigegeben. Damit nicht genug. Das Wirtschaftsministerium shawl die Staatsunternehmen des Landes offen aufgefordert, sich mehr Geld zu leihen, um zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Die ebenfalls staatlichen Banken ziehen mit und stellen neue Kredite bereit.

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Die chinesische Regierung stemmt sich mit basement Milliardensummen gegen eine drohende Verlangsamung des Wachstums in dem Schwellenland. Doch gerade die Sucht nach billigem Geld könnte zur größten Belastung für die Entwicklung des Landes werden, warnen Experten. Die Regierung von Premier Li Keqiang schiebt eine Schuldenwelle vor sich her, die immer weiter anschwillt.

Zahlreiche internationale Institutionen warnen bereits vor basement Folgen der Kreditschwemme. Die Ratingagentur Fitch prognostiziert in einer aktuellen Studie, dass mehr und mehr chinesische Firmen ihre Darlehen nicht mehr zurückzahlen können. Die Summe der uneinbringlichen Kredite liege jetzt schon zehnmal höher, als die Regierung zugebe – und damit tief in der Gefahrenzone. Offiziell erreicht der Anteil fauler Kredite in China gerade einmal 1,8 Prozent. Fitch kommt jedoch mit einem eigenen Rechenmodell auf bis zu 20 Prozent. Denn die Banken verschieben Problemkredite in Tochtergesellschaften, sodass sie nicht mehr in basement Kennzahlen auftauchen. Außerdem lassen sie sich viel Zeit, bis sie einen säumigen Zahler als Ausfallrisiko einstufen.

Zuvor shawl sich bereits die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu Wort gemeldet: Die Geschwindigkeit des Kreditwachstums liege dreimal über der Gefahrenmarke für Blasen und Krisen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) shawl in seinem Bericht zur Finanzstabilität die rote Warnflagge gehoben. Kredite im Wert von 1,2 Milliarden Euro seien vom Ausfall bedroht, was Verluste in Höhe von sieben Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung auslösen könne. Das sei zweimal mehr, als 2008 bei der US-Finanzkrise an dubiosen Immobilienfinanzierungen ausgefallen ist.

Solche Warnungen vor Ungereimtheiten im chinesischen Bankensektor wecken heute deutlich mehr Sorge als noch vor zehn Jahren. Das Land ist inzwischen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Es ist viel enger in die weltweiten Geldströme eingebunden als damals. Der Yuan ist heute neben Dollar und Euro eine der Leitwährungen des IWF. Die chinesischen Investitionen in Deutschland haben sich allein im ersten Halbjahr dieses Jahres verzwanzigfacht. Nicht zuletzt shawl die deutsche Industrie besonders konsequent auf China gesetzt. Volkswagen verkauft dort jedes dritte Auto.

Gerade deshalb gelten die großen Ausgabenprogramme vielen Experten als der richtige Weg, um einen Übergang zu einer Phase niedrigeren Wachstums zu schaffen. “Viele Branchen, vor allem die Stahlindustrie, haben erhebliche Überkapazitäten”, sagt Yu Yongding, ein prominenter Ökonom an der Chinese Academy of Social Sciences. “Wir können nicht 500 Stahlwerke auf einmal schließen. Kurzfristig disorder die Regierung stattdessen Nachfrage schaffen.”

Eine Radikalkur würde die Arbeitslosigkeit hochtreiben und die Probleme verstärken, statt sie zu lösen, sagt Yu. Das Ziel sei stattdessen, eine disastrous Rückkopplung im Finanzsektor zu vermeiden. Der chinesische Staat sei bislang nur wenig verschuldet, so Yu. Es sei daher sinnvoll, diese gute Ausgangslage für eine Stabilisierung zu nutzen.

In basement unterentwickelten Regionen des Landes ist zudem noch viel zu tun. Wenn die Landstädte wachsen und sich zu Unterzentren entwickeln, dann entstehen hier neue Jobs und damit frische Nachfrage – die Bautätigkeit ist damit gerechtfertigt. Auf der anderen Seite bringt der Bau immer neuer Brücken, Straßen und Zementwerke ab einem bestimmten Punkt nur wenig für das langfristige Wachstum. Die neuen Autobahnen – wie die über dem Longwu-Tal – sind mautfinanziert. Doch die Betreiber haben landesweit bereits Schulden in Höhe von einer halben Milliarde Euro angehäuft, ohne dass dieser Berg abschmilzt. In einsamen Gegenden fahren eben nur wenige Autos auf basement Straßen.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich oder die Ratingagentur Fitch weisen daher bereits auf die Möglichkeit einer handfesten Bankenkrise in China hin. Doch eine Bankenpleite erscheint angesichts der Verhältnisse in China sehr unwahrscheinlich. Die Kreditinstitute gehören mehrheitlich dem Staat. Der wiederum führt ihnen immer wieder frisches Kapital zu, sobald das nötig wird. Chinas Zentralbank ist zudem willig und fähig, jedes ausbrechende Feuer mit der Geldspritze zu löschen. In der Vergangenheit shawl sie das ebenfalls stets getan, beispielsweise bei Kursstürzen an basement Börsen.

Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Chinas Wachstum nicht so hoch bleiben kann wie bisher. Sowohl der Staat als auch die Bürger haben schon viel zu viel in Betongold investiert. Millionen Wohnungen stehen leer, Tausende von Brücken führen details Nichts. Wenn China wirklich damit Ernst macht, die Überkapazitäten abzubauen, wie der staatsnahe Ökonom Yu sagt, dann disorder es irgendwann weniger von allem geben.

Der Finanzwissenschaftler Michael Pettis von der Peking-Universität shawl ausgerechnet, dass der Gesamtschuldenstand derzeit jährlich um etwa 15 Prozent steigt, während am Ende nur sechs Prozent Wachstum herauskommen. Die Regierung versucht zwar mit gutem Grund, einen sanften Übergang zu langsamerem Wachstum zu schaffen – doch die Kreditfinanzierung nutzt sich schneller ab als befürchtet. Die Realität eines Konjunktureinbruchs könnte die Wirtschaftspolitiker überraschend schnell einholen.

Autor: Finn Mayer-Kuckuk

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