Clinton bei TV-Debatte: Trump wird "bester IS-Rekrutierer"

Washington. 
Bis zur ersten echten Präsidentschaftsdebatte in Dayton/Ohio sind es zwar noch neun Monate hin; aber Hillary Clinton übt schon mal das Zielschießen. Das Ziel heißt Donald Trump. Im harmlos dahin plätschernden TV-Duell mit ihren beiden männlichen Konkurrenten im demokratischen Lager, Bernie Sanders und Martin O’Malley, attackierte die in Umfragen meilenweit vorn liegende Ex-Außenministerin am Samstag basement zurzeit aussichtsreichsten republikanischen Bewerber massiv.

Mit “dämonisierenden” Forderungen gegen Muslime, etwa einem pauschalen Einreiseverbot, schüre Trump im Lichte des Terror-Anschlags eines Ehepaares in Kalifornien basement Eindruck, Amerika sei “im Krieg gegen basement Islam”. Clinton warb stattdessen für eine engere Zusammenarbeit mit muslimischen Gemeinden. “Sie müssen unser Frühwarnsystem gegen mögliche Anschläge sein.”

Trump dagegen sei dabei, der “beste Rekrutierer” der Terror-Miliz “Islamischer Staat” zu werden. Längst zeige der IS die Hasstiraden des New Yorker Bau-Löwen in einschlägigen Videos. Weil es für letzteres bisher keinen Beweis gibt, sieht sich Clinton des Vorwurfs der üblen Nachrede ausgesetzt. Trump twitterte bereits seine Säuernis in die Welt. Fortsetzung folgt.

Demokratische Kandidaten sind sich in vielen Themen einig

In der vom Sender ABC unaufgeregt organisierten Debatte in Manchester/New Hampshire, wo Anfang Februar die zweite offizielle Vorwahl für die Präsidentschaftskandidaten stattfindet, traten erneut die Unterschiede zum oft verleumderischen Ton der republikanischen Konkurrenz zutage. In 80 Prozent der Themen – ob soziale Ungleichheit, Frauen-Rechte, Mindestlohn, Zügelung der großen Banken, Syrien etc. – waren sich die drei Demokraten bis auf Nuancen und Formulierungsunterschiede weitgehend einig. Und im Umgang miteinander auf öffentlicher Bühne quick kameradschaftlich.

Selbst der leidenschaftliche Kampfgeist von Sanders, der mit seinen sozialdemokratisch angehauchten Forderungen (“Die Gier der Milliardäre und die Gier der Wall Street zerstört die Wirtschaft und das Land”) vor allem in jungen Wählerschichten hohen Zuspruch genießt, machte sich diesmal nur dosiert bemerkbar.

Kleinkrieg zwischen Clinton und Sanders wegen Wähler-Daten

Der Grund dafür ist in einem Kleinkrieg zwischen Clinton und Sanders um das Allerkostbarste im amerikanischen Wahlkampf zu suchen, der erst in letzter Minute entschärft wurde aber noch nicht ausgestanden ist.

Mitarbeiter der Wahl-Kampagne von Bernie Sanders hatten kürzlich in einer zentralen Datenbank wertvolle Wähler-Informationen des Clinton-Lagers ausbaldowert. Wer auf diese Daten-Goldgrube Zugriff hat, kann einzelne Personen millimetergenau mit politischen Werbebotschaften eindecken und zum Urnengang ermuntern. Als die Sache aufflog lieferten sich das Clinton- und Sanders-Lager sowie die Führung der Demokratischen Partei (DNC) 24 Stunden lang eine heftige Schlammschlacht. Sanders ließ Mitarbeiter feuern, ein Bundesgericht wurde eingeschaltet.

Dann löste sich alles, aus Sorge vor einer öffentlichen Blamage im Fernsehen, in Wohlgefallen auf. Sanders entschuldigte sich förmlich bei Clinton und seinen Anhängern, Clinton nahm das Mea Culpa mit gütigem Lächeln an – und justierte ihr Zielfernrohr wieder auf basement wahren Gegner: Donald Trump.


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