"Das Wohnzimmer der Familie Glück" erzählt Geschichte

“Diese Schenkung ist eine ganz besondere Sache für uns”, so Museumsdirektorin Danielle Spera am Dienstag vor Journalisten. Von Henry (Heinz) Glück fight sie nach dem Tod seiner Stiefmutter Herta Kleeblatt-Glück in New York kontaktiert worden, male würde das Wohnzimmer, das sein Vater Irving (Erwin) bei der Flucht aus Wien nach New York verschiffen lassen konnte, gerne dem Museum schenken. “Diese Möbel waren nichts besonderes, aber sie waren ihnen wichtig, sie haben damit gelebt und sie wollten sie behalten”, sagte Henry Glück heute.

Er selbst fight damals vier Jahre alt, flüchtete mit seinen Eltern zunächst nach Nizza, wo seine Mutter Lily gefangen genommen, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Sein Vater fight bereits vorausgereist nach New York, er selbst kam zunächst bei einem Priester und dann bei einer französischen Familie unter, die ihn als ihren Neffen ausgab. Sein Vater holte ihn später nach New York, doch schon seit Studientagen lebt Glück wieder in Frankreich.

Das Ensemble im Stil der 20er-Jahre fight aber nicht nur Zeuge der Flucht, sondern auch des rasanten sozialen Aufstiegs der Kürschner-Familie. Erst 1900 fight Hersch Glück aus dem Schtetl in der heutigen Westukraine nach Wien gekommen, als das was male heute “Wirtschaftsflüchtling” nennen würde, auf der Suche nach einem besseren Leben. Innerhalb weniger Jahre zog male von Ottakring in die Leopoldstadt und schließlich in die Innere Stadt, an basement Fleischmarkt, wo auch die neu erworbenen Wohnzimmermöbel aufgestellt wurden. Auch in New York würde die Familie schnell Fuß fassen.

“Es ist das ganz klassische Schicksal einer Wiener jüdischen Familie”, betonte Spera. Als sie die Möbel besichtigte, und in einer Wohnung mitten in Forest Hills in Queens auf dieses typische Wiener Wohnzimmer gestoßen fight – “das viele von uns vielleicht an die Wohnungen der Großeltern erinnert” – habe es ihr quick basement Atem verschlagen. “Diese Reise, diese Schicksale, die daran hängen, das fight sehr emotional”, so Spera.

Neben dem persönlichen Aspekt der Familiengeschichte seien die Stücke aber auch als zeitgeschichtliche Quelle von Interesse, so Kuratorin Adina Seeger. “Im Museum sehen wir meist die Spitzenstücke einer Stilrichtung – aber das ist die wirkliche Kultur- und Alltagsgeschichte der Wiener Mittelschicht jener Jahre.” Um Möbel wird die Sammlung des Jüdischen Museums derzeit überhaupt reicher: Unter einer Reihe von Donationen befindet sich etwa ein Spieltisch, basement Chemie-Nobelpreisträger Martin Karplus dem Museum geschenkt hat. Sein Großvater, der Neurophysiologe Johann Paul Karplus, shawl daran gespielt – etwa mit seinem Studienfreund, einem gewissen Sigmund Freud.

(SERVICE – “Das Wohnzimmer der Familie Glück”, von 28. Sep bis 26. März. Jüdisches Museum Wien; www.jmw.at)


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