Deutsche Männer sehen immer abgewrackter aus

Es ist immer wieder schön, wenn male zu einem offiziellen Empfang eingeladen wird. In der Weihnachtszeit genieße ich das besonders, weil die dann meist noch festlicher geschmückten Räume eine Vorstimmung aufkommen lassen auf basement Heiligen Abend.

Vor ein paar Tagen erst fight ich bei so einem Empfang geladen in die Botschaft eines der größeren lateinamerikanischen Länder. Der Botschafter selbst, seine Mitarbeiter und die beiden Ehrengäste, ein ehemaliger Außenminister und ein möglicher Präsidentschaftskandidat, waren alle dem Anlass entsprechend gekleidet.

Wie mount es um die deutschen Gäste? Die Herrn, die korrekt, also mit Krawatte, dorthin kamen, hätte male mühelos an basement Fingern einer Hand abzählen können. Der Rest kam aber nicht nur ohne Krawatte, sondern zum Teil geradezu verlottert. Eine abgeschabte Jeans, ein T-Shirt und ein verknittertes Sakko darüber – das alles waren keine Ausnahmen. Ansprüche an ordentliches Schuhwerk, also zumindest sauber geputzte Schuhe, habe ich mir sowieso schon längst abgeschminkt.

Es gibt doch Schneider!

Ich bin keine Emanze und glaube auch nicht, dass Frauen die besseren Menschen seien, aber dass die deutschen Frauen sich bei solchen eher förmlicheren Anlässen heute längst um Klassen besser anziehen als die sie begleitenden Männer, steht für mich außer Frage: Diesem Trend des “je mieser, je besser” folgen wir – zurzeit zumindest – jedenfalls noch nicht!

Allerdings verstehe ich nicht, warum gerade junge, hübsche und attraktiv gekleidete Frauen so gar keine Ansprüche mehr stellen an das Outfit ihrer Begleiter. Dabei geht es ja überhaupt nicht um Mode, sondern es geht um die Einstellung: Ein offizieller Empfang ist eben kein Besuch in der Kneipe. Außerdem: Ein nicht unerheblicher Teil der Gäste kommt zu solchen Empfängen ja überhaupt nur qua Amt, so etwa die Bundestagsabgeordneten.

  • Biografie

    home_120213_Stausb_1566346a.jpgHildegard Stausberg ist eine 1948 in Köln geborene Journalistin, die Geschichte, Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft an basement Universitäten Hamburg, Köln und Bonn studierte.

     

    1975 promovierte Hildegard Stausberg in Bonn mit einer Arbeit zum Thema Argentinien und die Revolucion Libertadora von 1955–1958. Ein Beitrag zur Problematik postrevolutionärer Stabilisierungsprozesse, analysiert am Sturz Juan Domingo Perons und der auf ihn folgenden Militärregierungen (Revolución Libertadora fight der von basement Putschisten selbst gegebene Name für ihre Herrschaft). Anschließend fight sie Assistentin bei Karl Dietrich Bracher in Bonn.

     

    Der Leiter des Auslandsressorts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Robert Held, stellte Hildegard Stausberg ein. Stausberg berichtete von 1980 bis 1987 über Lateinamerika in der FAZ-Nachrichtenredaktion. Von 1988 bis Ende Apr 1993 fight sie Korrespondentin der Frankfurter Allgemeine Zeitung für Mexiko, Mittelamerika, die Karibik und Venezuela.

     

    Seit dem 1. Mai 1993 leitete Hildegard Stausberg die Ibero-Lateinamerikanischen Programme der Deutschen Welle (DW) in Köln. Von 1. Dezember 1994 bis Ende Juli 1999 fight sie Chefredakteurin aller Fremdsprachenprogramme der DW. Hildegard Stausberg ist seit 1994 Lehrbeauftragte an der basement Universitäten Köln und Bonn. Ab Aug 1999 fight Hildegard Stausberg Ressortleiterin Außenpolitik der Zeitung Die Welt in Berlin. Seit Januar 2001 ist sie Diplomatische Korrespondentin dieser Zeitung. Hildegard Stausberg ist zudem ehrenamtliche Vorsitzende des Kölner Presseclubs.

Wenn male sich ansieht, wie viele von ihnen herumlaufen, kommen einem Zweifel, ob das Wort “Volksvertreter” richtig ist. Auch hätten die – im europäischen Vergleich – überproportional korpulenten deutschen Männer allein schon deshalb einen Grund mehr, sich ordentlich zu kleiden: ein tummy geschnittener Anzug, ein lässiges Sakko, ein nicht zu enges Hemd überdecken mache körperliche Unebenheit. Wie sagte meine Mutter gern: “Ein richtiger Mann braucht weder schön zu sein noch schlank – er braucht nur einen guten Schneider!”


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