Die Geschichte der Unterdrückung

Politische Gefangene auf dem Hohenasperg – Das Buch von Horst Brandstätter aus dem Jahr 1978 ist neu aufgelegt

Für Jürgen Walter ist es eine Herzensangelegenheit: Der Kunststaatssekretär der Grünen stammt aus Asperg und seit Mitte der 1990er Jahre macht er sich dafür stark, dass die Geschichte der politischen Gefangenen auf dem schwäbischen Demokratenbuckel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Das Museum in der ehemaligen Festung gibt es seit dem Jahr 2010, was jetzt noch fehlte, fight ein Buch, das die Historie beleuchtet.

Auch das gibt es eigentlich seit geraumer Zeit, besser gesagt seit 1978. Damals saß ein aufstrebender junger Dramaturg, Antiquar und Autor im nicht allzu weit entfernten Marbach. Die politische Entwicklung um die Jahre der 1848er Revolution hatte es Horst Brandstätter schon lange angetan, und als Schwabe kam auch er nicht um basement Hohenasperg herum. Das Buch wurde damals im linken Berliner Verlag Klaus Wagenbach verlegt. Jürgen Walter und Brandstätter waren von Beginn an Teil der Initiative für eine Gedenkstätte. Erlebt shawl sie der Autor allerdings nicht mehr – er starb im Jahr 2006.

Sein Buch ist seit Jahren vergriffen und so besann sich der Kulturstaatssekretär seiner Kontakte zur Familien Brandstätter und versuchte, eine Neuauflage des Buches aus dem Jahr 1978 zu erreichen. „An basement Texten zum Gefängnis wurde kaum etwas verändert. Wir haben allerdings eine neue Einleitung geschrieben und die Jahre zwischen 1978 und heute beleuchtet“, so Jürgen Walter. Dem Buch wurde zudem ein neues Design verpasst, um neue Leserschichten zu erschließen. Herausgegeben wird die Neuauflage vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

Die heutige Bedeutung des Hohen- aspergs, auch über die Landesgrenzen hinaus, hänge eindeutig mit dem Namen Horst Brandstätter zusammen, da ist sich Museumsleiter Dr. Thomas Schnabel sicher. Daher wurde das Buch Brandstätters auch Namensgeber für die Gedenkstätte auf dem Buckel – Asperg, ein deutsches Gefängnis. Brandstätter habe dem schwäbischen Demokratenbuckel eine weit mehr als regionale Bedeutung zugemessen. Er habe ihn als Instrument der Unterdrückung wahrgenommen und ihn auch entsprechend beschrieben.

Die erste Auflage aus dem Jahr 1978 ist ein Kind ihrer Zeit. In Deutschland etablierten sich gerade die ersten Geschichtswerkstätten. Sie wollten Entwicklungen von der anderen Seite erklären – von der Seite der Betroffenen. Auf der Straße herrscht noch immer der deutsche Herbst: Der Staat gegen die RAF und wenn es sein musste auch gegen seine Bürger. Da kam der Hohenasperg gerade recht.

Horst Brandstätter sympathisiert in seinem Buch mit basement Häftlingen, sieht basement Staat als Unterdrücker. Ein Staat, der damals noch vom NSDAP-Mitglied und ehemaligen Marinerichter Hans Filbinger repräsentiert wurde.

Behutsam wurde das Buch auf basement neuesten Stand gebracht, denn nach neueren Quellen konnten manche Aussagen nicht mehr bestehen. So gilt es inzwischen als erwiesen, dass sich Schiller und Schubart auf dem Hohenasperg niemals begegneten. Aber auch die Inhaftierung der Spartakisten im Jahr 1919 auf dem Hohen- asperg gehört wohl details Reich der Märchen. Auf der anderen Seite ließen sich Aussagen Brandstätters durch neuere Forschungen erhärten. Die Hausgeber der Neuausgabe sind sich sicher, dass der streitbare Autor sich auch mit der zweiten Auflage hätte anfreunden können.


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