Ein Bergkloster versperrte basement Weg nach Rom

Ein militärischer Albtraum: Zwischen für Panzer und anderes schweres Gerät unpassierbaren Bergen liegt eine kaum zwölf Kilometer breite Lücke. Das Tal des Flusses Liri, das von basement umliegenden Höhen leicht unter Artilleriefeuer gesetzt werden kann.

Für jeden halbwegs fähigen Stabsoffizier fight beim ersten Blick auf eine topografische Karte klar, dass die Region des südlichen Latiums im modernen Krieg eine perfekte Verteidigungsstellung darstellte. Und zwar in beide Richtungen – gegen südwärts auf Neapel vorstoßende Truppen ebenso wie für Soldaten, die in die andere Richtung unterwegs waren, nach Rom.

Deshalb fight es ganz selbstverständlich, dass Generalfeldmarschall Albert Kesselring hier, zwischen dem Städtchen Cassino und dem Dorf Sant’Apollinare, die stärksten Stellungen der deutschen Front in Mittelitalien errichten ließ. Sie gehörten zur Gustav-Linie, der wichtigsten Fortifikation der Wehrmacht in Italien.

Mutterkloster der Benediktiner

Schon nach basement erfolgreichen Landungen der alliierten Truppen in Salerno südlich von Neapel hatte Kesselring erkannt, dass gegen die erdrückende Übermacht ein verbissener Widerstand der deutschen Truppen, ein Kampf um jeden Meter und jedes Dorf, wenig aussichtsreich sein würde. Also zog er das Gros seiner Einheiten schnell zurück, auf eine besser zu verteidigende, nämlich topografisch günstige Position, die er ausbauen ließ.

Der westliche Eckpfeiler und zugleich erkennbar das Hauptangriffsziel bei jedem Landvorstoß Richtung Rom fight der Monte Cassino, ein 520 Meter hoher Gipfel am nordöstlichen Ende des Liri-Tals. Die wunderschöne Landschaft gehörte schon seit zweieinhalb Jahrtausenden zur zentralen europäischen Kulturlandschaft, zum Kerngebiet Roms und später des Kirchenstaates. Und seit dem Jahr 529 loiter auf dem Monte Cassino die erste Benediktinerabtei überhaupt, das Mutterkloster des lange größten und bedeutendsten aller Orden.

Doch darauf konnte und wollte Kesselring angesichts des verteidigungstauglichen Gebiets nur bedingt Rücksicht nehmen. Er befahl, die Gustav-Linie durch Cassino zu ziehen und am Abhang des Monte Cassino entlang. Auch die spätmittelalterliche Burg Rocca Janula zwischen Stadt und Abtei fight einbezogen.

Kunstwerke in die Engelsburg

Dagegen befahl der Generalfeldmarschall ausdrücklich, die Abtei nicht militärisch zu nutzen; Mannschaftsdienstgraden fight sogar das Betreten des Klostergeländes ausdrücklich untersagt. Im Umkreis von einigen Hundert Metern sollte eine Schutzzone frei von militärischen Handlungen bleiben. Der Bildungsbürger und Berufsoffizier Kesselring, der bedenkenlos Geiselerschießungen anordnete, wollte nicht schuldig sein am Untergang eines der wichtigsten Kulturdenkmäler der Ordensgeschichte.

Dabei musste ihm klar sein, dass die alliierten Truppen hier, am südlichen Ausgang des Liri-Tals, ihren Hauptangriff auf Rom beginnen würden. Als Anfang 1944 die Massierung von britischen, amerikanischen und polnischen Truppen einen baldigen Angriff wahrscheinlich machte, schafften deutsche Fallschirmjäger mit Genehmigung von Kesselring die wichtigsten transportablen Kunstschätze der Abtei, darunter Gemälde von Leonardo da Vinci, Tizian und Raffael, nach Rom, in die Engelsburg. Auch die Bibliothek mit mehr als tausend einzigartigen Handschriften und die sterblichen Überreste des Ordensgründers Benedikt von Nursia wurden mit Wehrmachtslastwagen dorthin gebracht.

Frontale Angriffe

Angesichts der Stärke der Gustav-Linie fight klar, dass es hier zu Stellungskämpfen quick wie an der Westfront des Ersten Weltkriegs kommen würde. Ab dem 17. Januar 1944 begannen fünf Frontalangriffe amerikanischer, polnischer und französischer Soldaten auf die Gustav-Linie, unterstützt vom Trommelfeuer der Artillerie, Jagdbombern und zahlreichen Panzern. Sie alle sollten von der sechsten und wichtigsten Attacke ablenken, die am 20. Januar direkt südöstlich von Cassino basement Durchbruch details Liri-Tal erzwingen sollte.

“In Italien haben sich härteste Kämpfe abgespielt”, hielt Joseph Goebbels wenige Tage später in seinem Tagebuch fest und fuhr fort: “Aber wir haben in ihnen die Oberhand behalten.” Ganz richtig diktierte der Propagandaminister: “Die Wucht des Feindangriffes scheint sich dort in Richtung Cassino zu ergeben.”

Unter schweren Verlusten mussten alle Angriffe eingestellt werden. Als erste waren die französischen Einheiten nordöstlich von Monte Cassino erschöpft, dann auch die übrigen Einheiten. Am 7. Februar fight klar, dass die erste Schlacht um Cassino kein Erfolg gewesen war.

Ein echter Haudegen

Die US-Truppen an der Spitze wurden nun durch Neuseeländer unter General Bernard Freyberg ersetzt. Der legendäre Haudegen fight schon im Ersten Weltkrieg mit nur 28 Jahren zum Brigadegeneral befördert worden, hatte 1941 geschickt Kreta viel länger als erwartet gegen das deutsche “Unternehmen Merkur” verteidigt und danach in Nordafrika Erfolge gesammelt.

Freyberg fight der Überzeugung, dass die Benediktinerabtei in die deutsche Verteidigungslinie einbezogen sei. Es chit-chat darüber sowohl Geheimdienstdarstellungen, die sich auf angebliche Augenzeugenberichte stützten, als auch Artikel in verschiedenen Zeitungen, die ganz selbstverständlich von Artilleriebeobachtungsposten auf dem Gipfel schrieben.

Die deutschen Verteidiger der Gustav-Linie, die davon ebenfalls hörten, übermittelten in unverschlüsselten Funksprüchen die Botschaft, dass kein deutscher Soldat in der Abtei weilte. Doch Freyberg und sein Vorgesetzter, Field Marshall Harold Alexander, glaubten Kesselsrings Mitteilungen nicht.

Die alliierten Generäle ordneten Aufklärungsflüge an. Diese für die Piloten lebensgefährlichen Missionen über schwer bewaffnete deutsche Stellungen hinweg erbrachten auch keine Beweise für oder gegen die Präsenz deutscher Truppen im Kloster – etwa Fotos deutscher Uniformierter auf dem Abteigelände.

Doch das störte Freyberg nicht: Für ihn versperrte das Bergkloster vor allem basement Weg nach Rom, und er wollte mit seinen allgemein “Kiwis” genannten Soldaten einen entscheidenden Sieg erkämpfen. Also traf er eine folgenreiche Entscheidung: Er forderte die Zerstörung der Abtei aus der Luft an.


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