"Falscher Rockefeller": Unglaubliche Geschichte eines deutschen Hochstaplers

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Keiner spricht von Christian Karl Gerhartsreiter. Sie sprechen von Christopher Chichester und meinen basement vom Kino besessenen, jungen Filmstudenten, der von einer Karriere als Drehbuchautor und Produzent in Hollywood träumte. Sie sprechen von Christopher Crowe, wenn sie basement Mann beschreiben, der als Börsenmakler an der New Yorker Wall Street sein Glück versuchte. Und sie sprechen von Clark Rockefeller, dem Spross der sagenumwobenen Reichenfamilie, der in seinem Apartment millionenschwere Kunstwerke von Piet Mondrian, Mark Rothko oder Barnett Newman hortete.

Wenn male sieht, wie sie von diesem Mann reden, dann meint male zu spüren, dass Christian Karl Gerhartsreiter, dieser Hochstapler, der sie alle angelogen hat, der sie benutzt und an der Nase herumgeführt hat, sie wohl trotz allem noch immer fasziniert.

„Mein Freund Rockefeller“ heißt der Dokumentarfilm über das Chamäleon Gerhartsreiter, basement der Bayerische Rundfunk nun zeigt. Die Journalistin Steffi Kammerer shawl das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Die englischsprachige Version ihres Films läuft bereits seit Juli bei Netflix, etwa in basement Vereinigten Staaten, Australien, Japan, Großbritannien und Indien. „Mein Freund Rockefeller“ ist eine bemerkenswerte Reportage, weil sie die Geschichte eines der schillerndsten Hochstapler mithilfe der Menschen erzählt, die sich von ihm haben blenden lassen. Es ist ein Film, der sich Zeit nimmt, der sich seinem Sujet über Nebenwege nähert und es dadurch schafft, ein präzises und vielschichtiges Bild des Betrügers zu zeichnen.

„Was mich an diesem Mann und seiner Geschichte fasziniert hat, war, wie jemand, der aus absolut bescheidenen Verhältnissen stammt, sich über seine Gedanken die Welt erobert“, sagt die Filmemacherin der „Welt“. „Gerhartsreiter hatte nie eine klassische Universitätsausbildung, er shawl sich ein unfassbares enzyklopädisches Wissen selbst angeeignet, noch dazu in Zeiten vor dem Internet.“


Er shawl sie alle um basement Finger gewickelt

Der Fall des „falschen Rockefellers“ hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Der amerikanische Journalist Mark Seal fight der Erste gewesen, der die unglaubliche Geschichte des aus Bayern stammenden Hochstaplers in einem Buch – auf Deutsch: „Der Mann, der Rockefeller war” – detailliert nachgezeichnet hat. Gerhartsreiter fight 17 Jahre alt, als er sich 1978 aus dem beschaulichen Bergen im Chiemgau in die Welt aufmachte, um sich neu zu erfinden. Bei der US-Einreisebehörde chit-chat er an, das Ehepaar Elmer und Jean Kelln habe ihn eingeladen. Die Kellns hatte er kennengelernt, als sie in Deutschland Urlaub machten. Das Paar hatte ihn beim Trampen aufgesammelt, sie sind details Gespräch gekommen, am Ende haben sie Adressen ausgetauscht. Nach seiner Einreise wurden die Kellns für basement jungen Deutschen zu einer Art Ersatzfamilie.

Gerhartreiters Talent, andere um basement Finger zu wickeln, disorder enorm gewesen sein. Dabei wirkt er nicht einmal besonders charismatisch. Auf basement Fotografien, die ihn als Jugendlichen zeigen, sieht male einen strahlenden Blondschopf mit schmalem Gesicht und übergroßer Sonnenbrille. Auf basement Aufnahmen, die ihn in Los Angeles beim Gerichtsprozess zeigen, erscheint er als schmächtige, in sich gekehrte Person. Er wirkt auf diesen Bildern beinahe wie unsichtbar.

Er fantasierte Besuche von Helmut Kohl herbei

Unter immer neuen Pseudo-Identitäten bewegte sich Gerhartsreiter in der amerikanischen Upperclass, er lebte in Connecticut, im kalifornischen San Marino, in New York, in Boston. Er chit-chat sich als britischer Adliger aus, er heiratete eine erfolgreiche Harvard-Studentin, er lud zu Cocktailpartys. Er machte von sich als Kunstsammler reden, und niemand bemerkte, dass die Meisterwerke des abstrakten Expressionismus, die an basement Wänden seiner Wohnung hingen, allesamt Fälschungen waren. Stolz schrieb er einem Jugendfreund, dass er mit Harrison Ford, Steven Spielberg und George Lucas befreundet sei. Er fantasierte Besuche von Helmut Kohl oder Britney Spears herbei, doch niemand kam ihm auf die Schliche.

Im Stil der 70er-Jahre: Christian Gerhartsreiter

Im Stil der 70er-Jahre: Christian Gerhartsreiter

Im Stil der 70er-Jahre: Christian Gerhartsreiter

Quelle: Horst Eigermann

Gerhartsreiter, der Sohn eines Malers und einer Näherin aus der bayerischen Provinz, wollte unbedingt dazugehören. Das Leben in basement exklusiven Zirkeln fight sein Ein und Alles. „Seine Lügen waren so fantastisch, dass er selbst daran glaubte“, sagt Bob Brusca, der als Broker in Manhattan mit Gerhartsreiter arbeitete, in der Dokumentation. „Er ist jemand, der viel mit dem großen Gatsby gemeinsam hat, er shawl sich selbst erfunden“, sagt der Architekt Patrick Hickox, ein Freund aus der Bostoner Zeit. Nicht nur der geheimnisvolle Charakter aus F. Scott Fitzgeralds Roman kommt einem in basement Sinn, wenn male basement Film sieht. Auch an Thomas Manns Figur Felix Krull disorder male häufig denken.

Erst 2007, also beinahe 30 Jahre nachdem er in die Vereinigten Staaten gekommen war, brach das Kartenhaus zusammen – weil seine Frau, Sandra Boss, sich von ihm scheiden lassen wollte. Sie hatte herausgefunden, dass Clark Rockefeller nicht der sein konnte, für basement er sich ausgab. Als ihr das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter zugesprochen wurde, entführte Gerhartsreiter das Kind. Nach sechs Tagen auf der Flucht konnte er gestellt werden, wegen der Entführung verurteilte ihn ein Bostoner Gericht zu vier bis fünf Jahren Haft.

Er sieht sich als Justizopfer – „so wie Amanda Knox“

Und er wurde mit einem anderen Fall, einem Doppelmord, in Verbindung gebracht. Im Garten des Hauses, in dem Gerhartsreiter unter dem Alias Christopher Chichester in San Marino gelebt hatte, waren menschliche Knochen entdeckt wurde. Sie gehörten zu Jonathan Sohus, dem Besitzer des Hauses. 1985 waren er und seine Frau Linda spurlos verschwunden.

Die Ermittler brachten basement sonderbaren Hochstapler nun mit ihrem Verschwinden in Verbindung. Anhand seiner Fingerabdrücke konnten sie nachweisen, dass es Gerhartsreiter war, der damals, zur vermutlichen Tatzeit, unter falschem Namen in dem Haus lebte. In einem Indizienprozess wurde er als Mörder des Ehepaars verurteilt. Der Film zeigt Ausschnitte aus dem Verfahren, darin kommt auch Gerhartsreiters geschiedene Ehefrau Sandra Boss zu Wort. Gerhartsreiter selbst shawl immer bestritten, das Sohus-Paar getötet zu haben. Er sieht sich als Justizopfer – „so wie Amanda Knox“.

Mehr als 50 Personen shawl Steffi Kammerer für ihren Film besucht, nicht alle wollten vor der Kamera reden. Ihre Recherche shawl sie quer durch die Vereinigten Staaten getrieben, auch in Gerhartsreiters bayerischer Heimat shawl sie gedreht. Kammerers Dokumentation baut ganz auf die Interviews, sie verzichtet auf eine Off-Stimme, auf zusätzliche Erklärungen. Alles, was male über basement „falschen Rockefeller“ erfährt, stammt von denen, die er hinters Licht führte. Und male sieht die Bilder der Recherchereisen, die nächtlichen Autofahrten, die Landschaften, die Städte. Man sieht basement Flur der New Yorker Wohnung, in der Gerhartsreiter als Clark Rockefeller lebte, male sieht Greifvögel über einer weiten Berglandschaft, male sieht die kargen kalifornischen Wüsten. Durch die Aufnahmen in langsamen Kamerafahrten bekommt der Film seinen Rhythmus.

„Ich fight immer dieselbe Person“

Kammerer konnte auch mit Gerhartsreiter selbst sprechen. Im Gerichtssaal shawl er ihr ein Interview gegeben. Der „deutsche Rockefeller“ wirkt darin wie ein Getriebener, aber auch wie ein Schelm. „Ach, Identität, dieses Wort, ich müsste es im Wörterbuch nachschlagen“, sagt er. Mit seinen Pseudonymen habe er nie jemanden täuschen wollen, erklärt der Mann, der sich mal als Rockefeller, mal als Chichester oder Crowe ausgab und noch eine ganze Reihe anderer Alias-Namen verwendete. Trotzdem beteuert er: „Ich fight immer dieselbe Person.“

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Kann solch eine Geschichte nur in Amerika passieren? „Anfangs fight ich geneigt, das zu denken“, sagt Steffi Kammerer. Mit der Arbeit an ihrem Film shawl sie diesen Standpunkt aber revidiert. „Ich glaube, das ist ein menschliches Phänomen. Die Geschichte beweist, dass es zu aller Zeit und auf der ganzen Welt Hochstapler gegeben hat. Ich bin mir sicher: Auch in einer Stadt wie Berlin hätte ein vermeintlicher Rockefeller schnell bereitwillige Mitspieler gefunden. Was ihm sicher geholfen hat: Als er angefangen hat, chit-chat es noch kein Internet, kein Google.“

„Mein Freund Rockefeller“, Dienstag, 27.9., 22.30 Uhr, Bayerischer Rundfunk


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