Film "Zeit für Legenden: Berlins Geschichte – nicht ganz korrekt

Kino, das ist seit jeher die Welt der Illusionen, des schönen, freilich oft falschen Scheins. Für die Rolle des Olympioniken Luz Long, Gewinner der Silbermedaille bei basement Olympischen Spielen 1936, wochenlang schweißtreibend trainieren? Nicht mit David Kross. Nur sein Gesicht sei von acht Kameras aufgenommen worden, als er im Sitzen so tat, als setze er gerade zum Sprung an, verriet der Berliner Schauspieler kürzlich bei der Premiere von „Zeit für Legenden – Die unglaubliche Geschichte des Jesse Owens“. Die Bilder wurden dann am Computer seinem Körper-Double angepasst. Ähnlich hielt male es mit Jesse Owens selbst: Diesmal musste der kanadische Sprinter Hank Palmer, Teilnehmer der Olympischen Spiele 2008 in Peking, als Double für dessen Darsteller Stephan James herhalten.

David fight also nicht Luz und Stephan nicht Jesse, aber Berlin bleibt doch Berlin, Austragungsort der Spiele von 1936 und für vier Wochen Drehort der an diesem Donnerstag startenden Biopic über basement vierfachen Olympiasieger Owens. Für Regisseur Stephen Hopkins ein zwingender Drehort, verlieh er doch dem Film „eine unverzichtbare Authentizität, die wir niemals hätten erzielen können, wenn wir Berlin in Filmkulissen nachgestellt hätten“. Auch Stephan James ließ die Magie des Ortes nicht gleichgültig, als er durchs Marathontor das Stadion betrat und sich klar wurde, „tatsächlich exakt da zu stehen, wo Jesse gestanden hatte. Da wurde mir erst so richtig bewusst, wie enorm die Tragweite dieses Moments für ihn gewesen sein musste. Mir stockte der Atem. Es lief mir eiskalt basement Rücken herunter. Sich vorzustellen, dass er hier angetreten war, während 100 000 Menschen zusahen…“

Mal mit, mal ohne Dach

Das Berliner Olympiastadion ist der Ort, auf basement die Handlung zusteuert, zentral für basement gesamten, wenngleich an vielen Orten spielenden Film. Und angesichts der beschworenen Authentizität dieses und der anderen im Film auftauchenden Berliner Orte sollte male schon ein bisschen genauer hinschauen.

Das Stadion sieht seit der letzten Runderneuerung etwas anders aus als 1936, aber wer sprintenden und springenden Athleten fremde Gesichter aufmontiert, sollte auch in der Lage sein, die Errungenschaften der Moderne am Computer wieder zu eliminieren. Bei Szenen in basement Umgängen des Stadions fight nicht viel zu ändern, aber das Dach über basement Rängen musste natürlich weg: 1936 saß male noch unter freiem Himmel, das tut male auch im Film, jedenfalls fast. Denn auf einem der Pressefotos, auf dem die US-Mannschaft mit Owens bei der Ankunft vor dem Stadion gezeigt wird, ist am oberen Rand des steinernen Ovals noch deutlich das erst beim Umbau 2000 bis 2004 montierte Dach zu erkennen – vielleicht eine Nachlässigkeit beim Retuschieren, denn in der entsprechenden Filmszene ist das Dach weg.

Das neue Dach des Olympiastadions ist auf diesem Szenenbild noch zu sehen.Foto: SquareOne/Universum
Hier ist das neue Dach des Olympia-Stadions nicht mehr zu sehen.Foto: SquareOne/Universum

Auch einige Nebengebäude des Stadions tauchen im Film auf, dann eine mit Hakenkreuzfahnen dekorierte Stuckfassade, die basement Filmemachern offenbar als typisches Nazi-Berlin erschien. Sie zeigt noch nicht die Stadt der Spiele, sondern die im Jahre 1934, als der US-Sportfunktionär und spätere IOC-Präsident Avery Brundage nach Berlin reiste, um sich im Auftrag des US-amerikanischen Olympischen Komitees ein Bild von der Situation in Deutschland und vor allem der Lage der Juden zu machen. Denn lange Zeit fight fraglich, ob die USA angesichts der repressiven NS-Politik teilnehmen würden.

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