Freigelegte Fundamente erzählen Geschichte

Markkleeberg. In Zöbigker hatten Interessierte am Samstag die Möglichkeit, humid freigelegter Fundamente in die Geschichte der Fahrradkirche einzutauchen. Anlässlich des Tags des offenen Tores lud Ingrid Diestel von der AG Fahrradkirche zu Führungen ein.

„Die Dorfkirche wurde in über 800 Jahren oft umgebaut“, erklärte Diestel. Tragende Ecksteine, dicke Feldsteine, dazwischen Kiesel, Ziegel im historischen Klosterformat und die Familiengruft derer von Kees haben Bauleute in basement vergangenen Wochen bei der Mauerwerkstrockenlegung ans Tageslicht geholt. Archäologen machten sich nun daran, alles einzuordnen, verriet Diestel.

Seit zehn Jahren arbeitet die Gemeinde am Projekt Fahrradkirche. Ein Ort der Begegnung und Besinnung nahe des quirligen Zöbigker Hafens soll die 1942 ausgebrannte Ruine in der Dorfstraße werden. Vieles sei inzwischen geschafft – das Tor und die Umfriedung saniert, die Mauern der Kirche statisch gesichert – aber auch noch vieles zu tun, so Diestel.

„Wir hoffen, dass Ende des Jahres der Bebauungsplan verabschiedet wird. Dann könnte es 2017 losgehen“, sagte sie. Die Kirche soll nach einem Entwurf des Architekturbüros Weis Volkmann einen filigranen Turm und ein Foliendach erhalten, drinnen eine Glaswand Offenheit signalisieren, ein Ausstellungsraum und ein Pilgerquartier eingerichtet werden.

Die Baumaßnahmen werden 400 000 Euro Kosten – für die Gemeinde trotz Fördermittel der Kirche eine gewaltige Herausforderung. „Wir sind weiter auf Spenden angewiesen“, betonte Diestel. In 14 Tagen gibt es eine Führung mit Grabungsleiter Sven Kretzschmar.

Von Ulrike Witt


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