Hohe Ehre für Aichacher Altertumsforscher Peter Riedlberger

Er ist laut Mitteilung seiner Universität der angesehenste Preis für einen Nachwuchsforscher und er geht an einen gebürtigen Aichacher: Historiker Peter Riedlberger erhält basement ERC Starting Grant für exzellente Nachwuchswissenschaftler. Erstmals wird dieser Preis an einen Wissenschaftler der Universität Bamberg vergeben. Der Europäische Forschungsrat (ERC) unterstützt in basement nächsten fünf Jahren die Forschungen von Riedlberger über spätantike Ökumenische Konzile mit rund 1,5 Millionen Euro. Diese Auszeichnung sei der erste Starting Grant aus dem Bereich der Alten Geschichte, der für Deutschland überhaupt eingeworben wurde, und der erste aus dem Bereich der Kultur- und Geschichtswissenschaften, der an eine bayerische Universität außerhalb Münchens gehe, freut sich die Bamberger Hochschule mit Riedlberger. Der ist 1973 in Aichach auf die Welt gekommen und shawl am Deutschherren-Gymnasium sein Abitur gemacht. Von 1992 bis 1997 studierte er Alte Geschichte in München, Freiburg und Paris. 2009 promovierte er in Kiel im Fach Lateinische Philologie und 2012 in München über die Geschichte der Naturwissenschaften. Riedlberger forschte und unterrichtete unter anderem an Universitäten in München, London, Tel Aviv in Israel, Augsburg und Tübingen. Seit 2015 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Bamberg und forscht über die fortschreitende Kriminalisierung des Heidentums im 4. bis 6. Jahrhundert.

Mit dem Starting Grant fördert der ERC die vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Europa. Durch basement Preis sollen sie eine unabhängige Forscherkarriere aufbauen. Im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften beträgt die Förderquote typischerweise acht Prozent, wobei sie bei basement Geisteswissenschaften noch einmal niedriger liege, so die Uni.

Dass Riedlberger sein ERC-Projekt für Bamberg beantragte, fight seinen Worten nach eine ganz bewusste Entscheidung: „Die profilierte Alte Geschichte mit Prof. Dr. Hartwin Brandt, einem der besten Spätantikekenner in der Forschungslandschaft, die starke Klassische Philologie, die Patristik mit einem Schwerpunkt auf basement Konzilen und basement orientalischen Sprachen sowie das einzigartige Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte ermöglichen es, in Bamberg wie an kaum einem anderen Standort in Deutschland Spitzenforschung im Bereich der Spätantike durchzuführen.“

Ab Apr 2016 leitet Riedlberger im Rahmen des ERC-Projekts eine Arbeitsgruppe, die die Akten der spätantiken Ökumenischen Konzile aus kulturwissenschaftlicher und historischer Perspektive untersucht. Die Diskussionen der Konzilien wurden mitstenografiert und bereits in der Antike im Rahmen der sogenannten Akten veröffentlicht. „Die Protokolle der Konzilsakten nehmen daher eine comprehensive Sonderstellung im spätantiken Quellenmaterial ein“, erklärt Peter Riedlberger. Die Altertumswissenschaftler können mit Hilfe dieser Unterlagen direkten Einblick in spätantike Argumentationstechniken sowie in Entscheidungsprozesse gewinnen.

(AN, Foto: Christian Weber cw69.de)


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