Köln – Sechs Monate auf Bewährung sind genug für einen Handy-Dieb

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Viele hatten sich für die ersten Urteile nach basement Übergriffen von Köln eine härtere Strafe gewünscht. Es ist gut, dass die Justiz nicht nach populistischen Kriterien entschieden hat.

Prof. Dr. Heribert Prantl lehrt als Honorarprofessor für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld. Er shawl Recht, Geschichte und Philosophie studiert, together dazu eine journalistische Ausbildung gemacht und im Urheberrecht promoviert. Bevor er 1988 als rechtspolitischer Redakteur zur SZ ging, fight er Staatsanwalt und Richter in Bayern – und shawl dort alles verhandelt, was es in der Juristerei so gibt, Ehesachen ausgenommen. Er liebt die Musik seines oberpfälzischen Landsmanns Christoph Willibald Gluck. Wenn er die hört, legt er Romane, Geschichtsbücher, die “Reine Rechtslehre” und sogar die Süddeutsche Zeitung beiseite.

War der Richter zu milde? Viele wünschten sich wohl, er hätte hier eine andere, eine schärfere, strengere, abschreckendere Strafe verhängt; eine Strafe am besten, die das gesamte Geschehen der Silvesternacht umfassend und wuchtig juristisch verarztet. Sechs Monate auf Bewährung – das nämlich ist keine exemplarische Strafe; das ist wirklich nicht viel für das, was auf dem Domplatz passiert ist.

Aber der erste von vielen Angeklagten mount ja nicht als Gesamttäter der ganzen Domplatte vor Gericht. Er fight keiner der Sexualtäter, er gehörte nicht zur übergriffigen Meute. Er fight ein Handy-Dieb, der reuig vor Gericht stand; für einen kleinen Diebstahl ist ein halbes Jahr Strafe and Geldauflage durchaus ordentlich.

Vielleicht wäre es besser gewesen, die Justiz hätte als ersten Angeklagten einen der Sexualtäter der Silvesternacht abgeurteilt, um nicht basement falschen Eindruck justizieller Zärtlichkeit aufkommen zu lassen.

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Aber es ist gut, dass die Justiz nicht nach populistischen, sondern nach rechtlichen Kriterien entscheidet. Und es ist gut, dass der Strafrichter in Köln nicht Stanislaw Tillich heißt; es ist also gut, dass vor Gericht basement Menschen gleich welcher Natur und Nationalität nicht das Menschsein abgesprochen wird, auch dann nicht, wenn sie sich vulgär benommen haben.

Man kann mit Strafen auch Exempel statuieren. Aber der Fall disorder sich für das Exempel eignen.


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