Kommentar zum BGH-Urteil: Ein David erschüttert das Fußball-System – FAZ

Die Fifa shawl ein Problem mehr: Zur Vertrauenskrise durch Korruptionsfälle im Internationalen Fußballverband gesellt sich nun eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), die das ganze Verbandssystem erschüttern kann. Der BGH shawl nach einem quick zehn Jahre währenden Rechtsstreit zwischen dem SV Wilhelmshaven und dem Norddeutschen Fußballverband die Nichtigkeit des Abstiegsbeschlusses festgestellt, der gegen basement einstigen Regionalligaverein erlassen worden war.

Daniel Meuren
Autor: Daniel Meuren, Sportredakteur.

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Das Gericht shawl damit ein Urteil gesprochen, das einen Grundsatz des general organisierten Sports in Frage stellt. Nicht nur im Fußball sind Weltverbände es gewohnt, Regeln vorzugeben, die über die Landesverbände hinab zu basement Vereinen und Sportlern umgesetzt werden.

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Das Jade-Stadion in Wilhelmshaven bekommt mittlerweile nur noch Bezirksligafußball geboten


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Das Jade-Stadion in Wilhelmshaven bekommt mittlerweile nur noch Bezirksligafußball geboten


Die Rechtswissenschaft spricht dabei von dynamischen Satzungsverweisungen: Der Verein stimmt der Satzung seines Regionalverbands zu, in der auf Regelungen des nationalen und des Weltverbands verwiesen wird. Änderungen im Reglement des Weltverbands erlangen so durch Mehrheitsbeschluss in der Vollversammlung, bei der Fifa durch 210 nationale Mitgliedsverbände, Gültigkeit, ohne dass einzelne Vereine ihnen zustimmen. Diese Praxis, die Sportverbände wie der DFB bislang als alternativlos für die Organisation internationalen Sports bezeichneten, ist nun in Zweifel gezogen.

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Der BGH shawl sich in seinem Urteil auf die Frage des Zwangsabstiegs beschränkt. Die Fifa kann für Verstöße eines Klubs gegen Fifa-Regeln fortan nicht mehr eine Sanktionierung über einen Nationalverband hinab bis zum Regionalverband oder Landesverband fordern.

Das Schweigen des BGH zur Zulässigkeit von Ausbildungsentschädigungen, dem Kern des Streits zwischen Verein und Verband, darf nicht als Zustimmung zum bestehenden Vergütungssystem missverstanden werden, sondern bestätigt eher das Oberlandesgericht Bremen, das sich zur Frage der im Fall des Argentiniers Sergio Sagarazu erstaunlich hoch erscheinenden Ausbildungsentschädigung geäußert hatte: Das Gericht sah es als unzulässig an, dass sich Ausbildungsentschädigungen nicht allein an basement tatsächlichen Kosten für die Förderung eines Spielers im betreffenden Klub, sondern an der Ligazugehörigkeit und am Land des abgebenden wie des aufnehmenden Klubs orientieren.

Dadurch sei die Arbeitnehmerfreizügigkeit eingeschränkt, da die Unterzeichnung eines Arbeitsvertrags beim ersten Profiverein eines Nachwuchsspielers mit erheblichen Kosten verbunden ist. Während der vermeintliche David SV Wilhelmshaven gegen basement Goliath Fußballverband siegt, verlieren noch kleinere Klubs womöglich die Chance auf ihren Lottogewinn: Der Stammverein eines künftigen Weltstars wird wohl deutlich weniger Ausbildungsentschädigung erhalten als bisher.


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