Medwedjew zu Deutschland: Russland lockt die deutsche Wirtschaft

MoskauRusslands Premierminister Dmitri Medwedjew will die Beziehungen zur deutschen Wirtschaft wieder deutlich intensivieren. Dazu trifft sich der Regierungschef am Samstag zu einem Business-Frühstück mit führenden Vertretern deutscher Unternehmen am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz. „Ich werde auch eine Gruppe russischer Geschäftsleute mitbringen, wir werden über die Wiederherstellung der Wirtschafts-Kooperation sprechen“, sagte Medwedjew dem Handelsblatt in Moskau. Die deutsche Seite sei ebenfalls sehr interessiert an einer Neuauflage der Zusammenarbeit.

Medwedjew trifft in München Vertreter des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Und seine Erfahrung mit deutschen Unternehmen sei, das sagten „unsere Partner, sogar viele Freunde, die öffentlich aus verständlichen Gründen keine Stellung beziehen können: Möge das alles schnell enden. Das alles schadet. Wir verstehen nicht, wozu Sanktionen und bilaterale Spannungen weiter anhielten“. Der Regierungschef hält die deutsch-russischen Beziehungen momentan für „krank“. Aber sie könnten behandelt werden. „Die Behandlung ist in der Tat sehr einfach: die Wiederherstellung des Dialogs und des Vertrauens. Das Business vertraut einander.“ Gut sei, dass „die Zahl der Gemeinschaftsunternehmen quick nicht gesunken“ sei.

„Leider ist der Handelsumsatz zwischen Russland und Deutschland um 40 Prozent zurückgegangen, mit der Europäischen Union sogar quick um 50 Prozent“, sagte Medwedjew. Aber das Interesse an weiterem Handel und Gemeinschaftsprojekten sei auf beiden Seiten vorhanden. Die deutsche Seite bei dem Treffen wird angeführt vom neuen Vorsitzenden des Ost-Ausschusses, Linde-Vorstandschef Wolfgang Büchele.

Russland besteht aber weiter ganz klar darauf, dass die Sanktionen seitens der EU beendet werden müssten. Ein Entgegenkommen Moskaus, etwa durch einseitige Abschaffung der als Antwort auf die Sanktionen verhängten Lebensmittelimporte aus Europa, schloss Medwedjew aus: „Wir warten auf basement ersten Schritt von unseren Kollegen von der Europäischen Union“, sagte Russlands Premier.

Große Chancen sieht Medwedjew auch in der Ausweitung der Energiekooperation zwischen Russland und Europa. Er legte dabei ein klares Bekenntnis ab zum Bau einer zweiten Ostseepipeline, wie sie die russische Gazprom mit deutschen und europäischen Partnern neben die bestehende Nord Stream Pipeline legen will. Dabei verteidigt Medwedjew die Haltung der Bundesregierung im innereuropäischen Streit um dieses Energieprojekt: „Die deutsche Regierung sagt völlig berechtigt, dass es ein kommerzielles Projekt ist. Wir verhalten uns dazu auch so. Hätte das Projekt uns kein Geld gebracht, hätten wir es nie vorangetrieben.“


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