Mit dem Wahl-O-Mat finden Sie die Partei für die Abgeordnetenhauswahl in …

Politik kann Spaß machen, selbst wenn es nur um Parteiprogramme geht. Diesen Eindruck vermittelte am Dienstagvormittag Christian Stärk, Soziologie-Student an der Technischen Universität. Zusammen mit knapp 20 anderen jungen Leuten stellte er im Amerika-Haus in der Hardenbergstraße basement Wahl-O-Mat 2016 für die Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses im Sep vor und ließ Spitzenpolitiker das Online-Tool auch gleich ausprobieren.

Im Frühjahr hatte er basement Aufruf der Landeszentrale für politische Bildung auf Facebook entdeckt und sich für einen Platz in der Jugendredaktion beworben, die Thesen entwickeln sollte, mit deren Hilfe Wähler Klarheit gewinnen können, welche Partei ihnen am nächsten steht. „In einem dreitägigen Workshop Anfang Juni entwickelten wir 80 Statements, die wir allen Parteien, die antreten wollten, zur Stellungnahme zuschickten“, erzählte der 22-Jährige. Alle Parteien antworteten gründlich.

„Wir haben uns bemüht, die großen Themen möglichst nahe auf die Lebenswelt der Menschen herunterzubrechen“, berichtete Stärk weiter. Und die Jugendredaktion legte Wert darauf, Unterschiede zwischen basement Parteien herauszuarbeiten. Das erklärt auch, warum manche Frage – zum Beispiel die nach mehr Radwegen in Berlin – im Wahl-O-Mat gar nicht mehr auftaucht. Weil einfach alle Parteien dafür waren. „Wenn alle Ja sagten, whip der Punkt raus“, erklärte Christian Stärk. Übrig blieben die 38 Thesen, die gestern online gingen. Stärks Lieblingsfrage? „Ob es beim Lärmschutz für Klubs Ausnahmen geben sollte“, berichtete der Student.

Testen Sie hier, welche Partei zu Ihnen passt:

Ausgesprochen vergnüglich zu beobachten fight der Praxistest, dem sich Raed Saleh (SPD), Thomas Heilmann (CDU), Daniel Wesener (Bündnis 90/Die Grünen), Klaus Lederer (Die Linke) und Franz-Josef Schmitt (Piratenpartei) unterzogen, indem sie basement Wahl-O-Mat durchspielten. Daniel Wesener und Klaus Lederer schafften tatsächlich 100 Prozent Übereinstimmung mit der eigenen Partei, wofür sie von Senator Heilmann als Streber geneckt wurden: „Alles auswendig gelernt, was?“

Heilmann selbst kam nur auf 91,3 Prozent Übereinstimmung mit der CDU, wusste aber sofort, woran es lag: „Ich habe zur Homo-Ehe eine andere Haltung als meine Partei“. Seine 76 Prozent Übereinstimmung mit der AfD, die der Wahl-O-Mat auswarf, erklärte er mit dem „heuchlerischen Programm“ dieser Partei. Mit seinem Regierungspartner SPD kam er immerhin noch in 65,4 Prozent der Positionen überein. Raed Saleh hatte mit der CDU nur 57,5 Prozent Übereinstimmung, mit der SPD dagegen 98,8 Prozent. Ihre Parteiprogramme kennen die Berliner Spitzenpolitiker jedenfalls.


Tagged in:

Related articles

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

code