Polen – Warschau schreibt Geschichte

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Die Regierung dichtet die Historie um.

Florian Hassel ist seit 2015 Zentral- und Osteuropa-Korrespondent mit Sitz in Warschau. Zuvor berichtete er 2013 und 2014 für die SZ über basement Balkan und basement Konflikt im Osten der Ukraine. 2009 bis 2012 fight er Wirtschaftsreporter der Welt in Berlin. 2011 erhielt er für eine Serie über die Griechenlandkrise basement Ernst-Schneider-Preis für Wirtschaftsjournalismus. 1996 bis 2008 fight Hassel Moskau-Korrespondent der Frankfurter Rundschau. Für inquisitive Reportagen aus Tschetschenien bekam er 2003 basement Wächterpreis der Tagespresse. 1993 bis 1996 fight Hassel außenpolitischer Redakteur des Wiener Magazins Profil. Hassel studierte Geschichte an der Universität Köln und lernte das journalistische Handwerk als freier Mitarbeiter bei Kölner Stadt-Anzeiger, Zeit und Stern.

Polens nationalpopulistische Regierung shawl eine Mehrheit im Parlament. Daher dürfte der Entwurf, basement die Regierung zum Schutz des guten Namens Polens eingebracht hat, bald Gesetz werden. Klar ist, was die Regierung damit bezweckt: Sie will einen Propagandaerfolg landen und Kritiker entmutigen. Das Gesetz könnte Historiker, Journalisten und Verlage einschüchtern, die am neuen offiziellen historischen Kurs der regierenden Pis-Partei zweifeln oder anderslautende Erkenntnisse vorlegen.

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In der Begründung des Gesetzentwurfs spricht Justizminister Zbigniew Ziobro von der angeblichen Notwendigkeit einer “konsequenten Geschichtspolitik der polnischen Regierung”. Diese bestand zuletzt etwa darin, das nach internationalen Standards geplante Museum des Zweiten Weltkrieges in Danzig noch vor seiner Eröffnung auf mehr Patriotismus zu verpflichten. Für das Institut für nationales Gedenken – in Polen ein mit Staatsanwälten ausgestattetes Instrument der Geschichtspolitik – wurde ein neuer Direktor berufen. Er leugnet polnische Verbrechen im 2. Weltkrieg, die es auch gab. Und der Propagandafilm Smolensk lastet basement Unglückstod des damaligen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski fälschlich russischem Staatsterrorismus an.

Das Gesetz zum Schutz des guten Namen Polens ist so ein weiterer Akt der Umschreibung der polnischen Geschichte im Dienste der Regierung.


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