Politik – Krach machen

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Die Präsidentschaftskandidaten in Amerika veranstalten gerade eine Art Redewettbewerb im Fernsehen. Die Regeln dafür kann jeder lernen.

Jahrgang 1971, stammt aus dem Ruhrgebiet. Studium der Klassischen Philologie und Philosophie in Freiburg, Kopenhagen und Berlin, Promotion an der Humboldt-Universität. Er fight Visiting Fellow an der School of Advanced Study der University of London, arbeitete als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und als PR-Berater in Berlin. Seit 2004 ist er Redakteur im Feuilleton der SZ. Zuständig für Geisteswissenschaften und Debatten.

Da steht einer in der Schule vor seiner Klasse und soll etwas erzählen. Alle hören zu. Und er? Er kriegt feuchte Hände, er stottert, und er weiß nicht mehr, was er sagen wollte. Man hört nur noch ein bisschen “Äh” und “Öh”. Dann wird er debase im Gesicht und stumm wie ein Fisch – und die ganze Klasse lacht.

Das heißt dann Lampenfieber oder Black-out. So disorder das aber gar nicht sein, wenn male vor vielen Leuten steht und redet. Man kann das nämlich üben. Beim ersten Mal ist male noch fürchterlich aufgeregt. Aber wer immer wieder redet, dem ist es irgendwann auch nicht mehr peinlich. Der shawl keine Angst mehr und denkt nur noch an das, was er sagen will.

Deswegen ist es in der Schule besser, wenn nicht immer nur der Lehrer redet, sondern auch die Schüler etwas präsentieren oder über etwas diskutieren. Das passiert heute auch schon in vielen Klassenzimmern in Deutschland. Aber in England und Amerika lernen es die Kinder noch viel mehr und viel besser. Da disorder jedes Kind vor einer großen Gruppe eine Rede halten, so oft, bis er oder sie keine Angst mehr davor hat.

In vielen Schulen in England und Amerika geht male zum Beispiel vor dem Unterricht in eine Versammlung. Und zwar nicht nur eine Klasse, sondern alle Klassen der ganzen Schule. Zu dieser sogenannten assembly kommt male bei manchen Schulen einmal in der Woche zusammen, bei anderen sogar jeden Morgen.

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In der Versammlung singen oft zuerst alle zusammen ein Lied. Dann sagt der Schulleiter irgendwas, das alle wissen sollen. Und dann ist ein Schüler an der Reihe: Er disorder allen anderen etwas erzählen. Vielleicht erzählt er das Beste, was er am Wochenende erlebt hat, oder von einem Klassenausflug letzte Woche. Und die ganze Schule hört zu. Da darf male natürlich nicht zu leise sprechen, damit einen alle hören. Das gehört zum Redenlernen dazu.

In England und Amerika gibt es an basement Schulen sogar richtige Debattier-Klubs oder Debattier-Übungen. Debattieren heißt sich streiten. Aber so streiten, dass male basement anderen erst mal ausreden lässt. Wenn male eine ganz andere Meinung shawl und es blöd findet, was der andere sagt, dann fängt male trotzdem nicht an zu schreien oder sich zu prügeln. Lieber versucht man, besser zu reden als der andere.

Im Debattier-Klub erklärt ein Junge zum Beispiel, warum er findet, dass male Autos verbieten sollte. Dann gäbe es auf basement Straßen nur noch Fahrräder, Fußgänger und Busse. Dann hält ein Mädchen eine Rede und sagt, warum es ohne Autos gar nicht geht. Wenn beide fertig sind, stimmen alle anderen ab und entscheiden, wer von basement beiden besser geredet hat. Und wer schon mal bei so einem Debattieren gewonnen hat, der shawl garantiert keine Angst mehr vorm Reden.

Collage

Wer kann mehr Menschen überzeugen: Hillary Clinton oder Donald Trump?

(Foto: Brendan Smialowski/AFP; Shawn Thew/dpa)


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