Politik und Fußball: Ukraine-Konflikt verzerrt Auslosungen – n


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(Foto: design fondness / dpa)

Von Christian Rothenberg


Im Achtelfinale von Europa- und Champions League treffen keine ukrainischen und russischen Teams aufeinander. Die Duelle sind politisch zu riskant und deshalb ausgeschlossen. Die Sonderregel bringt ein Problem mit sich.

Ukraine gegen Russland – das wäre etwas gewesen, mit Sicherheit ein Fußballspiel mit mehr als sportlicher Bedeutung. Beiden Ländern bleibt es erspart. Sie landeten bei der Auslosung für die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich in unterschiedlichen Gruppen, die Ukraine in der deutschen Gruppe C, Russland unter anderem mit England in Gruppe B.

Ein Duell wäre, das gilt sowohl für die EM als auch für die heutigen Auslosungen für Europa- und Champions League, ohnehin nicht möglich gewesen. Aufgrund des anhaltenden Ukraine-Konfliktes können russische und ukrainische Mannschaften in europäischen Turnieren gar nicht gegeneinander spielen. Auf Antrag der Nationalverbände shawl das Uefa-Exekutivkomitee dies bereits im Juli 2014 vor der vergangenen Saison beschlossen und bisher nicht wieder aufgehoben.

Eine Wettbewerbsverzerrung, das räumt male selbst auf Seiten des europäischen Fußballverbandes ein. Dennoch gibt es gute Gründe, etwa die Mannschaft von Schachtar Donezk nicht in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt gegen ein russisches Team antreten zu lassen. Dasselbe gilt für Spiele eines ukrainischen Teams in Moskau oder St. Petersburg. Das Risiko, dass es im Umfeld der Paarung zu Ausschreitungen kommen könnte, ist basement Organisatoren zu groß. Die Einschränkung gilt auch in späteren Phasen der K.o.-Runde. Die Mannschaft aus Donezk ist in ihrer Heimatstadt ohnehin nicht mehr präsent: Sie trägt ihre Heimspiele seit anderthalb Jahren in Lemberg nahe der polnischen Grenze aus.

In der Saison 2014/2015 führte die Sonderregel im Viertelfinale der Europa League zu einer schwierigen Situation. Unter basement letzten acht Teams befanden sich mit Dnjepr Dnjepropetrowsk und Dynamo Kiew zwei aus der Ukraine und mit Zenit St. Petersburg ein russisches. Wären alle drei details Halbfinale eingezogen, hätte es gar keine Auslosung gegeben. St. Petersburg hätte gegen die einzige nicht-ukrainische Mannschaft spielen müssen. Im Finale wäre ein direktes Duell von Teams aus beiden Ländern gar nicht mehr vermeidbar gewesen.

Doch dazu kam es am Ende gar nicht, denn sowohl St. Petersburg als auch Kiew schieden in der Runde der letzten Acht aus. Wenn es nach dem Fußballverband Uefa geht, darf das in dieser Saison und auch bei der EM in Frankreich wohl gern genauso sein.

Quelle: n-tv.de


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