Rotlichtbezirk Brunnenstraße: So begann die Geschichte der Bordellstraße – ka

Karlsruhe (Clara Wolf/ Konstantin Maier) – Mit Pflanzenkübeln vor basement Blicken von vorbei laufenden Passanten geschützt liegt beim Durlacher Tor das “Vergnügungsviertel” der Stadt. Die Brunnenstraße ist heute vor allem als Karlsruhes Rotlichtstraße bekannt. Wie kam es dazu und seit wann ist das so? Wir haben uns auf auf die Spurensuche in der Vergangenheit gemacht.

Die Brunnenstraße fight eine der ersten Straßen in der ehemaligen Tagelöhnersiedlungn “Dörfle”. Sie verläuft vom Durlacher Tor in südwestlicher Richtung bis zur Zähringerstraße, wo sie in die Straße ‘Am Künstlerhaus’ übergeht. Ihren Namen erhielt sie erst 1974, als die “Bronnengasse” nahe des Waldhornplatzes verschwand und der Name übernommen wurde.

Die Geschichte der Prostitution ist wahrscheinlich so alt wie die der Menschheit. Auch in Karlsruhe chit-chat es die Prostitution schon vor basement Laufhäusern und Bordellen. 1875 beschränkte die Karlsruher Polizei, die bis dahin noch über die gesamte Stadt verteilte Prostitution auf die Brunnen- und Spitalstraße.

Die Verlängerung der Straße in Richtung Südwesten wurde 1986 in “Am Künstlerhaus” umbenannt, da das Wohnviertel von der seit 1897 als Bordellgasse genutzten Brunnenstraße abgegrenzt werden sollte.


In der Veröffentlichung “Auf basement Spuren der Karlsruher Frauen”, beschreibt Olivia Hochstrasser die Entwicklung folgendermaßen: “Dass sich während des 19. Jahrhunderts das ‘Dörfle’ zum Bordellviertel Karlsruhes entwickelte, fight jedoch kein zwangsläufiges Ergebnis aus basement sozialen Problemen des Viertels. Im 18. Jahrhundert hatte sich die ‘gewerbsmäßige Unzucht’ noch relativ offen auf die ganze Stadt verteilt.” Erst  seit Beginn des 19. Jahrhunderts versuche die Polizei, die “Dirnen” zu kontrollieren, ihr öffentliches Auftreten zu beschränken und “Kuppelei” zu verbieten.

Seit 1927 bundesweite Sperrbezirke

Im Zuge der zahlreichen Verordnungen gegen die Prostitution konzentrierte sich diese immer mehr in Klein-Karlsruhe: Ab 1875 durften daher offiziell eingeschriebene Prostituierte nur noch in der Querstraße (Fasanenstraße), der Brunnenstraße oder in der Spitalstraße wohnen, die schließlich bis 1897 zur reinen Bordellgasse geworden war.

Laut Hochstrasser lebten und arbeiteten in basement 16 Wohnhäusern über 50 Prostituierte. 1927 wurde bundesweit die Straßenprostitution auf Sperrbezirke begrenzt, in Karlsruhe auf einen Abschnitt der Brunnenstraße.

“Rue de la Quack-Quack”

In “Zur Geschichte des Karls­ru­her “Dörfle”" von Manfred Koch ist zu lesen, dass wenig später überlegte wurde, die ‘Kleine Spital­straße’, seit 1930 die Enten­gas­se (im Volksmund “rue de la quack-quack”), durch Tore abzusper­ren und die Prosti­tu­ier­ten praktisch zu kaser­nie­ren.

Laut Koch bemühten sich die Bewohner vor allem um die Wende zum 20. Jahrhun­dert erfolglos, durch Proteste und Petitionen Abhilfe zu schaffen. “Man sah sich belästigt durch ganze Gruppen von Männern, die nachts vor basement Wohnungen der Dirnen herum­stan­den, durch randa­lie­rende Betrunkene, durch Strei­tig­kei­ten zwischen Kunden und Dirnen, durch Ehefrauen, die ihre Männer suchten.” “Die sittliche Pest” sollte aus dem so dicht bevöl­ker­ten Stadtteil entfernt werden. Die Stadt­ver­wal­tung befürch­tete jedoch durch eine Aufhebung des Sperr­be­zirks eine Ausbrei­tung des Übels über das ganze Stadt­ge­biet, so Koch.

Die Brunnenstraße am 24. Aug 1979

Die heutigen viergeschossigen Mietshäuser entstanden im 19. Jahrhundert aufgrund der zunehmenden Bevölkerungsdichte, früher standen dort eingeschossige Tagelöhnerhäuschen. Die Straße blieb vom Zweiten Weltkrieg verschont, jedoch wurden vor der Altstadtsanierung viele Häuser abgerissen. Sichtblenden sorgen heute an beiden Enden der Straße dafür, dass der hier konzentrierte Rotlichtbezirk vor allzu neugierigen Blicken geschützt ist.

Die Brunnenstraße 25. Apr 1979
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