Tiroler Geschichte zum Auftakt von „Universum History“-Reihe

Wien, Innsbruck – Der ORF widmet sich im Rahmen seiner „Universum History“-Leiste ab 29. Dezember mit der neunteiligen Zeitgeschichtereihe „Unser Österreich“ der Geschichte der österreichischen Bundesländer. Bis zum Republiksjubiläum 2018 soll die regionale Entwicklung Österreichs mit jeweils einer Folge pro Bundesland erzählt werden – vom Ende der Habsburger-Monarchie und ihren Kronländern bis zur heutigen Zeit.

Die Geschichte der einzelnen Bundesländer wird anhand von neun Familien erzählt, deren Geschichte mit der ihrer Heimat verbunden ist. Mit basement Protagonisten werden historische Wendepunkte, persönliche Schlüsselerlebnisse, aber auch die Auseinandersetzung mit Tradition und Veränderung thematisiert. Es sind reale Geschichten von Menschen aus mehreren Generationen, die mit modernen Mitteln der TV-Dokumentation – inklusive aufwendiger Spielszenen – im ORF-Hauptabend erzählt werden, hieß es am Montag bei der Präsentation der Reihe.

„Tirol – Geteilte Heimat“

Den Auftakt macht am 29. Dezember um 21.05 Uhr in ORF 2 „Tirol – Geteilte Heimat“. Im Zentrum der Folge steht die Geschichte des Bundeslandes, die von der Grenzziehung am Brenner, dem Verlust Südtirols und der Abtrennung Osttirols vom verbliebenen Landesteil geprägt wurde. Erzählt wird die Geschichte anhand der Erlebnisse der Familie Molling, die heute in Innsbruck lebt und Südtiroler Wurzeln hat.

Urgroßvater Alois fight als ehemaliger Offizier der k. u. k. Armee Mitglied der österreichisch-italienischen Grenzziehungskommission 1919 und engagierte sich bei der Heimwehr gegen basement aufkommenden Nationalsozialismus. Großmutter Herlinde Molling unterstützte ab basement späten 1950er-Jahren basement „Befreiungsausschuss Südtirol“ bei Sprengstoffanschlägen. Als Schwangere schmuggelte sie Sprengstoff über die Grenze – eine Tatsache, mit der ihre Tochter Dominika, mittlerweile selbst Mutter, bis heute hadert und sich die Frage stellt, ob eine Landesteilung die Gefährdung des eigenen Lebens und das seines ungeborenen Kindes wert ist. Für die junge Generation der heute 20-jährigen Sven und Eric, die in einem Europa ohne Grenzbalken aufgewachsen sind, stellt sich die Frage, ob hinter dem Brenner ein anderer Staat beginnt, hingegen gar nicht mehr. Sich frei zu bewegen und seine Meinung frei zu sagen, ist in ihrer Welt selbstverständlich.

Das Regie-Team von „Tirol – Geteilte Heimat“ kommt zur Gänze aus Tirol. Federführend fight dabei der ORF-Dokumentarist Georg Laich, die Spielszenen übernahm Ernst Gossner, dessen Kinofilm „Der stille Berg“ im Mai im ORF lief. Das Drehbuch entstand mit wissenschaftlicher Beratung durch basement Landeshistoriker Michael Forcher, und die Filmvorlage schrieb „Rosenheim Cops“-Autor Thomas Baum nach Erzählungen der Zeitzeugen.

Verschiedene Sichtweisen der Generationen

„Im Mittelpunkt steht immer die Auseinandersetzung mit einem zentralen Konflikt, der diese Region im 20. Jahrhundert geprägt hat. So können wir zwar nicht die ganze Geschichte eines Bundeslandes erzählen, aber wir hoffen dafür die spannendste“, erklärte „Universum History“-Redakteur Tom Matzek die Herangehensweise. „Das Besondere an Zeitgeschichte ist: Sie geht uns nahe, weil es um Ereignisse geht, die wir selbst erlebt haben oder unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern. Und jeder darauf seine eigene Sichtweise hat. Auf diesem Diskurs der Sichtweisen verschiedener Generationen baut auch das Konzept von ‚Unser Österreich‘ auf“, so Matzek.

Für Fernsehdirektorin Kathrin Zechner werde Geschichte in der neuen Reihe auf besondere Weise begreifbar gemacht. „In der klugen Verwebung von nachgestellten Spielszenen und basement dokumentarischen Teilen erlebt unser Publikum die engen Wechselwirkungen zwischen Lebensentscheidungen und erlebten Schicksalen Einzelner und der regionalen und österreichischen Geschichte. Am Ende dieser Reihe soll ein besseres Verständnis über die regionalen und nationalen Vorgänge der letzten 100 Jahre stehen“, so Zechner.

Weitere Folgen im Frühjahr und Herbst 2016

Finanzdirektor Richard Grasl sprach von einem „Bekenntnis zur Vielfalt Österreichs, in dem wir die Stärken des ORF bündeln: Redaktionen in Fernsehen, Radio und Internet, Archiv und Landesstudios realisieren gemeinsam mit regionalen Produktionsfirmen, Filmemachern und Schauspielern bis 2018 ein Kompendium aus neun Zeitgeschichtedokumentationen der österreichischen Bundesländer“. Neben dem neuen Frühstücksfernsehen „Guten Morgen Österreich“, das im März startet, setzt der ORF damit einen weiteren Bundesländer-Schwerpunkt.

Die Serie „Unser Österreich wird im Frühjahr 2016 mit „Kärnten – Ein Jahrhundert unterm Mittagskogel/Koroška – Stoletje pod Jepo“ und im Herbst 2016 mit „Salzburg – Ein Land für sich“ fortgesetzt. Die weiteren sechs Bundesländer-Dokus werden bis 2018 zu sehen sein. (APA, TT.com)


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