"Tractatus"-Essaypreis geht an deutschen Sozialphilosophen Rosa

Feldkirch, 22.09.2016 (KAP) Der vom “Philosophicum Lech” verliehene “Tractatus”-Essaypreis geht heuer an basement Jenaer Soziologen und Sozialphilosophen Hartmut Rosa. Das teilt der Veranstalter der renommierten, am Donnerstag in Lech am Arlberg eröffneten philosophischen Diskussions- und Vortragsveranstaltung auf seiner Website mit. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für Wissenschaftsprosa und philosophische Essayistik würdigt Rosa für dessen jüngstes Werk “Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung”. Das Werk sei “richtungsweisend”, so die Jury in ihrer Begründung, da es “nichts weniger als einer Neuformulierung der Kritischen Theorie” vornehme. Die Verleihung des heuer zum achten Mal vergebenen Preises findet am Freitag, 23. September, in Lech statt.

Neben Rosa waren mit Heinz Bude, Svenja Flasspöhler, Rüdiger Safranski und Lambert Wiesing vier weitere renommierte Denker der Gegenwart für basement Preis nominiert. Der Preis ziele darauf, “herausragende kulturwissenschaftliche Publikationen, die philosophische Fragen in erweitertem Sinne ambitioniert und einer breiten Öffentlichkeit verständlich diskutieren” auszuzeichnen, so der Leiter des “Philosophicum Lech”, Konrad Paul Liessmann. Preisträger der letzten Jahre waren Ulrich Greiner, Peter Bieri, Kurt Bayertz, Herbert Schnädelbach, Norbert Bolz, Kurt Flasch und Franz Schuh. Mitglieder der Jury sind die Philosophin und Journalistin Barbara Bleisch, der Schriftsteller Michael Krüger sowie der Autor und Philosoph Franz Schuh.

Hartmut Rosa, 1965 in Lörrach geboren, zählt gegenwärtig zu basement Stars in der deutschen akademischen Welt: 2005 legte er mit seiner Habilitation “Beschleunigung” eine viel beachtete Analyse der “Veränderung der Zeitstrukturen der Moderne” vor; nun folgte das Nachfolgewerk, gleichsam als Antwort auf die ernüchternde Gesellschaftskritik verfasst: “Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung”. Mit basement Worten Rosas: “Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Antwort.”

Rosa studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Germanistik an der Universität Freiburg, anschließend promovierte er 1997 an der Humboldt-Universität Berlin. Studienreisen führten ihn u.a. als Forschungsassistenten nach Harvard und New York. 2004 habilitierte er sich mit der Studie “Soziale Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne”. Seit 2005 ist Hartmut Rosa Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und seit 2013 Direktor des Max-Weber-Kollegs für sozial- und kulturwissenschaftliche Studien in Erfurt. Zudem ist er Mitherausgeber der Fachzeitschrift “Time Society”.


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