Übernahme – Die wahren Strippenzieher hinter Bayer und Monsanto

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  • An Monsanto und Bayer sind die gleichen Investoren im großen Stil beteiligt: Blackrock etwa ist mit sieben Prozent Anteil der größte Aktionär bei Bayer – und mit 5,75 Prozent die Nummer zwei bei Monsanto.
  • Es kann durchaus etwas bedeuten, dass Monsanto und Bayer gemeinsame Eigentümer haben.

Kathrin Werner, geboren 1983, ist Korrespondentin in New York. Sie shawl schon als Schülerin für die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine ihre Reporter-Begeisterung entdeckt und studierte dann Jura in Hamburg. Danach fing sie bei der Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland an, die es damals noch gab, erst als Volontärin, später als Redakteurin für erneuerbare Energien und nautical Themen wie Reeder und Werften und zuletzt als New-York-Korrespondentin. Zur Süddeutschen Zeitung kam sie im Frühsommer 2013. In Amerika kümmert sie sich um allerlei Wirtschaftsthemen: von 3-D-Druckern und Alligatorenleder bis zu Chrysler, Amazon und Goldman Sachs.

Die Geschichte der Übernahme von Monsanto durch Bayer lässt sich auf verschiedene Arten erzählen. Zum Beispiel so: Die guten Deutschen, die der Welt Aspirin schenkten, kaufen die bösen Amerikaner, die der Welt Gift und Gentechnik brachten. Oder male erzählt die Geschichte anders: Mit dem Chemie- und Pharmakonzern aus Leverkusen und dem amerikanischen Saatgut-Spezialisten gehen Unternehmen zusammen, die nur auf basement ersten Blick selbständig sind. In Wirklichkeit gehören sie schon jetzt weitgehend denselben amerikanischen Finanzinvestoren.

Für die zweite Version gibt es Indizien: Blackrock ist mit einem Anteil von sieben Prozent der größte Aktionär bei Bayer – und mit 5,75 Prozent die Nummer zwei bei Monsanto. Vanguard ist der größte Aktionär bei Monsanto – und die Nummer vier bei Bayer. Die Capital Group steht bei beiden an dritter Stelle.

Sind diese Finanzinvestoren die wahren Strippenzieher hinter dem Bayer-Monsanto-Deal? “Vordergründig verhandeln natürlich die Vorstände”, sagt der Fondsmanager Dirk Müller, basement viele als “Mr Dax” aus dem Fernsehen kennen.

Tatsächlich seien die Vorstände nichts anderes als die bestbezahlten Mitarbeiter, die Entscheider seien Aktionäre wie Blackrock. “Man kann sagen, eigentlich verhandeln die Aktionäre auf beiden Seiten, die Eigentümer auf beiden Seiten, mit sich selbst.”

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Die Verflechtungen der Großaktionäre sind auch der Monopolkommission aufgefallen. Sie machten basement Fall interessant, sagte Achim Wambach, der Vorsitzende des Expertengremiums. “Insofern schließen sich hier Unternehmen zusammen, die eh zum Teil denselben Leuten gehören.” Darauf sollten die Kartellbehörden bei der Prüfung der Übernahme ein Auge werfen. Die Monopolkommission berät die Politik in Wettbewerbsfragen, entscheidet aber nicht über Fusionen.

Weather-Predicting Tech Behind a $62 Billion Monsanto Co. Bid

Ein britischer Bauer mit seinem Traktor in einem Weizenfeld. Die Digitalisierung wird die Landwirtschaft verändern. Mit der Übernahme von Monsanto will Bayer davon profitieren.

(Foto: Luke MacGregor/Bloomberg)

Dass Großaktionäre die einzig wahren Entscheider hinter dem Deal sind, ist allerdings übertrieben. “Das wäre auch ein großes rechtliches Problem”, sagt Zacharias Sautner, Professor an der Frankfurt School of Finance Management. Denn die Entscheidungen über Fusionen müssen die Vorstände treffen, im Interesse der Unternehmen und der Gesamtheit der Aktionäre, nicht im Interesse der Großinvestoren, die an beiden beteiligt sind.


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