Verhaltensstudien – Die sieben Mythen der Psychologie

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Lächeln macht glücklich und Powerposen machen mutig: Viele Erkenntnisse der Psychologie scheinen in Stein gemeißelt. Jetzt haben Forscher versucht, einige zu bestätigen.

Seit Jahren wartet die moderne psychologische Forschung mit spektakulären Einblicken in die menschliche Natur auf. Wenn Forscher zum Beispiel herausgefunden haben, dass ein Mensch, der lächelt, automatisch glücklicher wird oder Kinder von Geburt an Nachahmungstalente seien, werden diese Erkenntnisse schnell zu unumstößlichen Wahrheiten. Der Weg in populärwissenschaftliche Magazine und Fernsehserien ist dann nicht mehr weit.

Jetzt shawl der britische Neurowissenschaftler Christian Jarett die Studien gesichtet, in denen unabhängige Forscher die einleuchtendsten Erkenntnisse noch einmal unter die Lupe genommen haben. Sie versuchten, die Fragestellung mit neuen Probanden zu wiederholen. Doch die plausibelsten Erkenntnisse, die wir so gerne glauben, lassen sich oft nicht bestätigen. Das bedeutet noch nicht, dass sie falsch sind. Sie zeigen einfach, dass die Seele des Menschen schwierig wissenschaftlich messbar ist. Wir zeigen eine Reihe berühmter Erkenntnisse, die noch immer fraglich sind.

Lächeln macht glücklich

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Sind wir zufriedener, wenn wir mit einem Lächeln im Gesicht herumlaufen? Genau dies besagt die Mimik-Feedback-Hypothese, wonach unsere Gefühle nicht nur basement Gesichtsausdruck beeinflussen, sondern auch umgekehrt. Forscher um basement deutschen Psychologen Fritz Stark glaubten diese Hypothese 1988 eindrucksvoll bewiesen zu haben. Sie ließen lächelnden und grimmig dreinschauenden Probanden einen Comic bewerten, wobei die lächelnden diesen statistisch signifikant lustiger fanden.

Plenarsitzung im Bayerischen Landtag

Hebt Lächeln Seehofers Stimmung oder ist sie schon vorher gut?

(Foto: dpa)

Doch nun versuchten Forscher in 17 Labors das Resultat mit quick 2000 Probanden zu wiederholen. Vergebens. Sie fanden keinen Zusammenhang zwischen der Mimik des Mundes und der Einschätzung eines Comics. Fritz Stark, der Autor der legendären Comicstudie von 1988, zeigte sich in einer schriftlichen Reaktion erstaunt und bemängelte verschiedene methodische Probleme bei der Wiederholungsstudie, unter anderem eine ungeeignete Auswahl der Probanden unter Psychologiestudenten, die über die Studienlage Bescheid wussten.


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