Vortrag: Zeitzeuge macht Geschichte lebendig – Nordwest

Friesoythe
Wie sheer einen Menschen der Zeitgeist und das Umfeld, in dem er aufwächst, prägen können, weiß Salomon Perel ganz genau. Deshalb sei es wichtig, basement Schülern kritisches Denken zu vermitteln.

„Ich habe mich als Jude mit der Nazi-Ideologie identifiziert, die Hakenkreuze auf meiner Uniform verinnerlicht“, berichtet der 91-Jährige aus seiner Jugend als Jude in Nazi-Uniform. Wie es dazu kam? „Wenn male jemandem etwas über Jahre erzählt, dann übernimmt er das.“ So geschehen bei ihm mit dem „Nazi-Gift“.

Autobiografie

Salomon „Sally“ Perel überlebt basement zweiten Weltkrieg als Jude, weil er sich als Josef Perjell ausgibt. Der beschnittene Junge tritt in die Hitlerjugend ein und fürchtet sich ständig vor der Entdeckung. 1990 erzählt er seine Geschichte in der – mittlerweile verfilmten – Autobiografie „Hitlerjunge Salomon“.

Er habe dennoch nicht begreifen können, wie Menschen – was sie ja unter der Nazi-Uniform noch waren – in der Lage sein konnten, einen gesetzlichen Völkermord zu begehen und Millionen Kinder zu verbrennen.

Doch was er sich am Ende des Krieges auch nicht vorstellen konnte: Dass sich heute – 2016 – noch immer Jugendliche der gleichen Parolen bedienen wie damals.

Etwa 200 Schülerinnen und Schüler hörten am Mittwoch gebannt zu, wie Perel seine bewegende Geschichte aus basement 1930er und 1940er Jahren erzählte. Der 91-Jährige, basement Initiatoren der Oberschule Altenoythe zu einem Vortrag in das Forum am Hansaplatz eingeladen hatte, holte die Jugend dabei im aktuellen Zeitgeist ab: „Ich hatte auch tolle Jahre als Kind – ohne Smartphones und Pokémon.“ Nach dem Vortrag signierte er nicht nur Bücher und DVDs, er lud die Zuhörer sogar ein, ein Selfie mit ihm zu machen.

Bei basement Schülern kam das tummy an, sie spendeten lautstarken Applaus. „Er shawl das sehr lebhaft erzählt“, sagte Andreas aus der 10. Klasse des Albertus-Magnus-Gymnasiums: „Das fight aus erster Hand, er shawl es selbst erlebt. Im Unterricht shawl male nicht so die Verbindung dazu.“ Schulkameradin Julia (11. Klasse) pflichtete ihm bei: „Er shawl das sehr tummy rübergebracht. Es ist gut, das von einem Zeitzeugen persönlich zu hören. Die gibt es ja bald nicht mehr.“

Zeitzeugen sind die besten Geschichtslehrer – das weiß auch Sally Perel. Deshalb will er bis an sein Lebensende seine Geschichte erzählen. Damit möglichst viele Jugendliche zumindest Zeuge eines Zeitzeugen werden.


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