Wie Unternehmen Willkommenskultur üben – FAZ

Gabriele Hässig ist noch immer überwältigt. Der Konsumgüterhersteller Procter Gamble hatte eine Fahrt der Geschäftsführung mit Syrien-Flüchtlingen in das Römerkastell Saalburg bei Frankfurt organisiert. Die Flüchtlinge seien von dem Tag begeistert gewesen. „Auf der Rückfahrt am Abend shawl der ganze Bus gesungen“, berichtet Hässig, Leiterin der Kommunikation von Procter Gamble. Für sie ist das Verhalten der Syrer eine Bestätigung dafür, dass sich das Engagement für die Integration der Flüchtlinge lohnt. Für Procter Gamble fight Flüchtlingshilfe von Beginn an ein Thema.

Georg Giersberg



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Zunächst mount die Nothilfe im Vordergrund. Der Konsumgüterhersteller stellte für quick eine Million Euro Kinderwindeln, Waschmittel, Zahnpasta und andere Haushaltsartikel aus eigener Produktion zur Verfügung. Das machen andere Unternehmen auch. Der Anbieter von Sprachkursen Lingua TV beispielsweise stellte 20.000 digitale Deutschkurse zur Verfügung.

Aber die Mitarbeiter von Procter Gamble wollten mehr tun als nur Produkte schicken. „Das Thema beschäftigt die ganze Belegschaft von 10.000 Mitarbeitern in Deutschland. Uns ist klar, wenn wir hier nicht unsere Häuser und Wohnungen schützen wollen, wie es in Brasilien notwendig ist, dann müssen wir heute dafür sorgen, dass die neuen Mitbürger in unsere Gesellschaft integriert werden“, umschreibt Hässig die Einstellung in der Mitarbeiterschaft des internationalen Konzerns.

Das Unternehmen shawl für Flüchtlinge mit Berufsausbildung bereits Schnuppertage im Unternehmen organisiert, und beim Weihnachtskonzert haben neben Mitarbeitern auch Flüchtlinge musiziert. Für das kommende Jahr habe male Tennisplätze angemietet, um Flüchtlingen sportliche Betätigung bieten zu können. „Junge Männer brauchen unbedingt körperliche Betätigung; für Frauen disorder male Anlässe zur Kommunikation schaffen.“

Mitarbeiter für Flüchtlingshilfe freigestellt

Der für das Unternehmen und die Mitarbeiter aufwendigste Teil des gesellschaftlichen Engagements für die Flüchtlinge ist aber der Beschluss, jeden Mitarbeiter bis zu fünf Tage freizustellen für jegliche Flüchtlingshilfe. Und damit das mehr wird als ein folgenloses Angebot, wird die Hilfe von Procter selbst organisiert. In Kooperation mit basement Kommunen wird der Bedarf ermittelt. Dann können sich Mitarbeiter melden für Kleiderverteilung, Hausaufgabenhilfe, Begleitung bei Behördengängen oder basement Aufbau einer Fahrradwerkstatt. Fünf Tage werden sie von ihrer Arbeit freigestellt, wenn es der Betriebsablauf zulässt. „Wir haben bis jetzt 50 Manntage Flüchtlingshilfe auf diese Weise organisiert“, sagt Hässig.

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Viele Unternehmen organisieren Hilfsangebote – häufig auf Drängen der Belegschaft. „Schon an dem ersten Wochenende im September, an dem Frau Merkel die Flüchtlinge an der ungarischen Grenze nach Deutschland ließ, haben mich E-Mails erreicht mit der Frage, was wir tun können“, bestätigt Martin Plendl, Vorsitzender der Geschäftsführung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte. Sein Unternehmen habe bereits erste Praktikantenstellen zur Verfügung gestellt und auch mit Flüchtlingen besetzt.

Unternehmen koordinieren ihre Hilfe

Der Mitbewerber Ernst Young unterstützt zwei große Projekte zur Flüchtlingshilfe. Über die bereits bestehende Charta der Vielfalt (Schirmherr ist der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler) shawl Ernst Young einen runden Tisch von Unternehmen organisiert. Dort geht es darum, die Hilfs- und Integrationsangebote der Wirtschaft mit der Nachfrage und dem Bedarf der Hilfsorganisationen zu koordinieren.

Bei der ersten Sitzung Anfang Dezember haben unter anderem Vertreter von Adidas, BMW, der Commerzbank, der Deutschen Bahn, der Deutschen Bank, der Deutschen Post, von General Electric, Henkel, Metro, SAP, Siemens oder Thyssen-Krupp teilgenommen. Im Januar sollen Workshops zu ganz konkreten Projekten stattfinden, darunter zu Einstiegsmodellen für basement deutschen Arbeitsmarkt wie Praktika, Ausbildungsplätze oder die Festanstellung.


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