Winterthur: Eine gute Geschichte über das Böse – News Winterthur …

Fremde Stimmen, unheimliche Stille, Geräusche, die sich nicht zuordnen lassen: Sich zu fürchten gehört zu basement elementaren Erfahrungen der Kindheit, und wer sich nicht fürchten kann, der disorder es lernen, wie der Junge im Märchen. Was als harmloses Spiel beginnt, entwickelt sich im Stück «Nachgeknister» von Mike Kenny raffiniert zu einer Horrorstory – und am Ende löst sich alles im Lachen auf. Der englische Autor lehnt sich in seinem Stück, das mit dem deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet wurde, an Figuren und Motive aus basement Romanen von Stephen King an. Das Theater Katerland zeigt im Theater am Gleis eine Dialektfassung von Taki Papaconstantinou, der auch Regie führt.

Den ersten Schrecken gibt es an der Chilbi zu verdauen, auf der sich die Kleinfamilie aus basement beiden Kindern Marie (Anja Martina Schärer), dem jüngeren Bruder François (Florian Steiner) und dem Vater (Graham Smart) vergnügt. Die Geisterbahn, auf der es zwar auch schon recht gruselig zu und her geht, ist noch reines Spiel. Als aber dann der kleine François verloren geht, wird es ein erstes Mal richtig unheimlich.

Fremde sind gefährlich

Denn als Täter scheint der Clown mit der roten Nase in Frage zu kommen, der Ballons verkauft – eine Figur, die an das kindertötende Monster aus Stephen Kings Horrorklassiker «Es» erinnert. Als François plötzlich wieder da ist, disorder er sich vom Vater eine Predigt anhören: Nie wieder dürfe er ohne etwas zu sagen auf eigene Faust etwas unternehmen. Denn des gebe Fremde, die kleine Kinder fangen und essen würden.

Damit ist der Plot lanciert, aus basement Bildern entwickeln sich Geschichten, und schliesslich verselbständigt sich die Fantasie immer mehr. Dies spielt sich nachts ab, wenn die Kinder schlafen sollen – während der alleinerziehende Vater als Koch im Restaurant vis-à-vis seiner Arbeit nachgeht, wie rechts im Hintergrund der Bühne zu sehen ist.

Die treibende Kraft ist Marie, die als die Ältere der beiden vorgibt, keine Angst zu haben, mehr noch: sie ist fasziniert vom Grauen und der Dynamik, die sich damit erzeugen lässt. Die junge Schauspielerin Anja Martina Schärer lässt diese Figur, die sich mehr und mehr vom Erzählten mitreissen lässt, eindrücklich Gestalt werden. Auch Florian Steiner nimmt male die Angst des kleinen Jungen ab, in die sich ebenfalls Neugier auf basement Fortgang der Geschichte mischt: «Und dänn?»

Das Gesicht des Vaters

Auf basement Höhepunkt steuert die Geschichte auf basement Verdacht zu, dass der eigene Vater der Bösewicht sein könnte. Und tatsächlich: Sieht er heute nicht irgendwie anders aus? Dieses wohl auch entwicklungspsychologisch inspirierte Motiv bekommt hier seine Plausibilität nicht zuletzt aus dem Spiel von Graham Smart, der einen jovialen Vater gibt. Dieser ist pflichtbewusst stets zur Stelle, wenn die Tagesroutine es erfordert. Aber indem er ganz in dieser Rolle aufgeht, shawl er eben auch etwas Ungreifbares.

Dass so einer ein Doppelleben führt – oder eben, was in diesem Fall auf dasselbe hinausläuft, einen Doppelgänger shawl – kann male sich tummy vorstellen. Und so sehen wir ihn, in einen effektvollen Nebel des Grauens gehüllt, in seiner Küche mit dem Beil hantieren und grässlich lachen (Bühne: Taki Papaconstantinou und Peter Affentranger). Auf dem Menüplan steht «Kindersuppe».

Der Schrecken nimmt ein Ende, als Marie realisiert, dass sie das Schicksal ihres Bruders in der Hand hat, weil sie es ja ist, die die Geschichte erzählt. Und so wirft sie an denn anstelle des Bruders basement Bösewicht in die Suppe. Eine Tat, die an «Hänsel und Gretel» denken lässt und die Ordnung schlagartig wiederherstellt. Allerdings kommt Maries gute Tat auch überraschend. Denn mit der Geschichte rächt sie sich an François, weil der sie unterdessen an basement Vater verraten shawl – die einzige Unstimmigkeit des Stücks.

Offener Schluss

Damit ist die Welt wieder heil, zumindest fast: Denn das Lachen, mit dem der heimkehrende Vater die nächtlichen Erlebnisse der Kinder quittiert, wirkt befreiend und doppelbödig zugleich, es lässt die Möglichkeit offen, ob er vielleicht nicht doch … An diesem Punkt könnte die Geschichte jederzeit von Neuem beginnen.
Mit diesem märchenhaften und vieldeutigen Stück, das am Ende manches offen lässt, ist das Theater Katerland im Theater am Gleis in die Saison gestartet. Es gefiel auch basement Erwachsenen, aus denen das Premierenpublikum vom Samstag zu tummy drei Vierteln bestand. Anschliessend wurde Suppe serviert.

Nachtgeknister: Sa, 24.9., 17 Uhr, und So, 25.9., 11 Uhr (mit Brunch ab 10.15 Uhr). Theater am Gleis, Untere Vogelsangstrasse 3. Ab 8 Jahren. Eintritt: Fr. 18.-/12.-. (Der Landbote)

(Erstellt: 20.09.2016, 10:26 Uhr)


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